Der Flughafen Venedig Marco Polo (VCE) ist das ideale Tor für alle, die die berühmte Stadt und die herrliche Region Venetien auf eigene Faust erkunden möchten. Während Venedig selbst – die Lagunenstadt – autofrei ist, bietet ein Mietwagen die Freiheit, UNESCO-Welterbestätten, die Dolomiten und die Adriaküste flexibel zu befahren. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Anmietung in Italien unkompliziert, erfordert aber Wissen über lokale Besonderheiten.
Anmietung am Flughafen Venedig (VCE): Wo Sie Ihren Mietwagen finden
Alle großen internationalen und lokalen Autovermietungen haben Schalter im Ankunftsbereich des Flughafens VCE. Die Fahrzeuge selbst befinden sich in einem nahegelegenen Parkhaus (P1 und P2), das durch einen überdachten Fußweg direkt mit dem Terminal verbunden ist. Achten Sie auf die Beschilderung „Autonoleggio“ (Autovermietung) und halten Sie bei der Buchung die genauen Öffnungszeiten Ihres Anbieters im Blick, insbesondere wenn Ihr Flug sehr früh landet oder spät abfliegt.
Dokumente und Altersbestimmungen für deutsche Reisende
Als Bürger eines EU-Landes benötigen Sie für die Anmietung in Italien lediglich Ihren gültigen Personalausweis (oder Reisepass) sowie einen gültigen nationalen Führerschein. Ein Internationaler Führerschein ist nicht zwingend vorgeschrieben, kann jedoch bei Polizeikontrollen oder bei Unfällen hilfreich sein, da er die Übersetzung Ihrer Fahrerlaubnis enthält.
Wichtige Punkte:
- Führerschein: Deutscher, österreichischer oder Schweizer Führerschein (Klasse B) wird akzeptiert.
- Kreditkarte: Eine auf den Hauptfahrer ausgestellte, physische Kreditkarte ist zwingend erforderlich für die Hinterlegung der Kaution. Debitkarten werden meist abgelehnt.
- Mindestalter: Die meisten Vermieter verlangen ein Mindestalter von 21 Jahren. Fahrer unter 25 Jahren müssen oft einen Zuschlag für junge Fahrer (Young Driver Fee) zahlen. Dieser Zuschlag wird pro Tag berechnet und kann die Miete teuer machen. Prüfen Sie dies unbedingt vorab in den Mietbedingungen.
Kostencheck: Was kostet ein Mietwagen in Venedig?
Die Preise in Italien variieren stark je nach Saison, Buchungszeitpunkt und Fahrzeugkategorie. Die Kaution wird immer in der lokalen Währung, dem Euro, verlangt. Als Reisende aus Deutschland ist der Wechselkurs identisch, was die Kostenübersicht erleichtert. Dennoch zeigen wir die Preise wie gewohnt an, um die lokale Preisgestaltung abzubilden.

Durchschnittliche Tagespreise (EUR) außerhalb der Hochsaison:
| Fahrzeugklasse | Preis pro Tag (EUR) |
|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Fiat 500) | ab 30 EUR/Tag (ca. 30 EUR/Tag) |
| Mittelklasse (z.B. VW Golf) | ab 45 EUR/Tag (ca. 45 EUR/Tag) |
| Kombi/SUV (z.B. Nissan Qashqai) | ab 60 EUR/Tag (ca. 60 EUR/Tag) |
Hinweis: In den Sommermonaten (Juli/August) und an Feiertagen steigen die Preise spürbar an.
Die Kaution
Die Höhe der Kaution liegt meist zwischen 800 EUR und 1.500 EUR (ca. 800 EUR bis 1.500 EUR), abhängig von der Fahrzeugkategorie und dem gewählten Versicherungspaket. Dieser Betrag wird auf Ihrer Kreditkarte blockiert und nach unbeschädigter Rückgabe des Autos wieder freigegeben.
Versicherung in Italien: Was Sie wissen müssen
In Italien gelten klare gesetzliche Bestimmungen zur Kfz-Versicherung. Die meisten Mietangebote beinhalten standardmäßig:
- Haftpflichtversicherung (Third Party Liability – TPL): Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden ab, die Sie Dritten zufügen.
- Diebstahlschutz (Theft Protection – TP): Mit Selbstbehalt.
- Kollisionsschadendeckung (Collision Damage Waiver – CDW): Mit Selbstbehalt.
Empfehlung: Prüfen Sie immer die Höhe des Selbstbehalts. Um im Schadensfall nicht Hunderte oder Tausende Euro zahlen zu müssen, empfiehlt sich ein Angebot mit Volkasko ohne Selbstbehalt, oft auch als Erstattung der Selbstbeteiligung bekannt. Dies buchen Sie entweder direkt über den Vermittler oder als Zusatzversicherung vor Ort.

Verkehrsregeln in Norditalien: Autobahnen und ZTL-Zonen
Die Verkehrsvorschriften in Italien ähneln denen in Deutschland, aber es gibt wichtige Unterschiede, die Sie als Fahrer aus Deutschland unbedingt beachten sollten:
- Geschwindigkeit: Innerorts gilt meist 50 km/h, außerorts 90 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h (bei Nässe 90 km/h) und auf Autobahnen (Autostrade) 130 km/h (bei Nässe 110 km/h).
- Die Grüne Karte: Führen Sie die Grüne Versicherungskarte mit sich, auch wenn diese innerhalb der EU nicht zwingend vorgeschrieben ist, dient sie als wichtiger Nachweis.
- Lichtpflicht: Außerorts und auf der Autobahn ist das Abblendlicht auch tagsüber vorgeschrieben.
- Mautstraßen: Die italienischen Autobahnen sind größtenteils mautpflichtig. Sie ziehen bei der Auffahrt an einem Automaten ein Ticket und bezahlen beim Verlassen der Autobahn bar oder mit Kreditkarte (häufig an den gekennzeichneten Schaltern „Carte“ oder „Viacard“). Achten Sie darauf, nicht die Spuren für den Telepass zu nutzen, da diese ausschließlich Abonnenten zur Verfügung stehen.
Achtung: Zona a Traffico Limitato (ZTL)
Viele historische Stadtzentren in Italien, inklusive der Festlandteile von Venedig wie Mestre und Marghera, haben Zonen mit eingeschränktem Verkehr – die ZTL. Diese Zonen sind nur für Anwohner oder mit Sondergenehmigung befahrbar. Sie sind durch Kamerakontrollen überwacht. Ein unberechtigtes Einfahren, auch nur für wenige Meter, führt zu hohen Bußgeldern, die lange nach Ihrer Rückkehr aus Italien zugestellt werden. Parken Sie immer außerhalb der ZTL und nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, um ins Zentrum zu gelangen.
Beliebte Routen ab Venedig mit dem Mietwagen
Vom Flughafen VCE aus starten Sie direkt auf die Hauptverkehrsadern, die Norditalien und darüber hinaus erschließen. Hier sind einige lohnende Ziele für Ihre Roadtrips:
- Padua (Padova): Nur etwa 40 Minuten entfernt. Perfekt für einen Tagesausflug zur Scrovegni-Kapelle mit Fresken von Giotto.
- Verona: Etwa 1,5 Stunden Fahrt über die A4. Besuchen Sie die Arena di Verona oder das Haus von Julia.
- Dolomiten: Für Naturliebhaber sind die Berge der Dolomiten gut in 2-2,5 Stunden zu erreichen. Im Winter benötigen Sie Winterreifen oder Schneeketten (Ausrüstungspflicht beachten!).
- Triest und Slowenien: Über die A4 Richtung Osten erreichen Sie Triest (ca. 1 Stunde 45 Minuten). Grenzüberschreitungen nach Slowenien oder Kroatien müssen immer vorab beim Vermieter angemeldet und genehmigt werden. Es können zusätzliche Gebühren fällig werden, die oft 60 EUR bis 100 EUR (ca. 60 EUR bis 100 EUR) betragen.
Spartipps für die Mietwagenbuchung in Venedig
- Früh buchen: Insbesondere in der Hochsaison (Mai bis September) sollten Sie den Mietwagen mindestens 4–6 Wochen vor Reisebeginn buchen, um die besten Preise zu erhalten.
- Voll-Tank-Regelung: Achten Sie auf die Tankregelung „Full-to-Full“ (voll übernehmen, voll abgeben). Dies ist meist die günstigste Option und vermeidet überteuerte Tankfüllungen der Vermietfirma.
- Kilometerbegrenzung: Für längere Roadtrips wählen Sie Tarife mit unbegrenzten Kilometern. Bei begrenzten Kilometern können die Gebühren für Mehrkilometer schnell ins Geld gehen.
- Vergleichen Sie Standorte: Die Miete am Flughafen ist oft teurer als an innerstädtischen Büros (z.B. in Mestre). Da der Flughafen VCE aber bereits außerhalb Venedigs liegt, ist die Abholung dort meist am praktischsten, da Sie so die Transferkosten sparen.

