Roadtrip Island: Das Auto mieten am Flughafen Keflavík – So sparen Sie Kosten

Island ist das ultimative Ziel für einen Roadtrip, doch die Anmietung direkt nach der Landung am Internationalen Flughafen Keflavík (KEF) erfordert Planung. Hier erfahren Sie, worauf deutsche Reisende achten müssen, um nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch sicher unterwegs zu sein.

Warum Sie direkt am KEF Flughafen mieten sollten

Der Flughafen Keflavík liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Reykjavík. Die meisten Reisenden starten ihren Island-Aufenthalt von hier aus, da eine Transferverbindung in die Hauptstadt ohne Mietwagen teuer und unflexibel sein kann. Direkt am KEF finden Sie die Büros der großen internationalen Verleiher sowie lokale isländische Anbieter.

  • Vorteil Zeit: Sofortige Übernahme des Fahrzeugs und Start Ihres Abenteuers auf der Golden Circle Route oder der Ringstraße (Hringvegur).
  • Vorteil Kosten: Oft ist der Preis für die Anmietung am Flughafen KEF günstiger als in der Stadtmitte von Reykjavík, da die Flotte hier am größten ist.
  • Vorteil Flexibilität: Unabhängige Erreichbarkeit von Unterkünften und Attraktionen ohne auf Busfahrpläne angewiesen zu sein.

Wichtige Dokumente für Reisende aus Deutschland

Als deutscher Staatsbürger benötigen Sie für die Anmietung und das Fahren in Island folgende Papiere:

  • Gültiger Führerschein: Der deutsche Führerschein (Klasse B) wird in Island uneingeschränkt anerkannt. Ein Internationaler Führerschein ist nicht zwingend erforderlich, wird aber manchmal empfohlen, falls bei Verkehrskontrollen Sprachbarrieren auftreten sollten.
  • Reisepass oder Personalausweis: Zur Identifikation.
  • Kreditkarte: Muss auf den Hauptfahrer ausgestellt sein und für die Kaution verwendet werden. Debitkarten werden von den meisten Anbietern nicht akzeptiert.
  • Mindestalter: Die meisten Vermieter setzen ein Mindestalter von 20 oder 21 Jahren voraus, oft mit einem Zuschlag für Fahrer unter 25 Jahren.

Kostenübersicht: Was kostet ein Mietwagen in Island?

Die Kosten in Island sind notorisch hoch, und Mietwagen bilden da keine Ausnahme. Die Preise steigen saisonal dramatisch an. Alle unten genannten Preise sind in Isländischer Krone (ISK) angegeben und werden zur Orientierung in Euro (EUR) umgerechnet (Stand: Frühjahr 2025).

Fahrzeugkategorie Nebensaison (Winter) ISK/Tag Hauptsaison (Sommer) ISK/Tag
Kleinwagen (z.B. Kia Picanto) ab 5.000 ISK/Tag (ca. 34 EUR) ab 12.000 ISK/Tag (ca. 82 EUR)
Mittelklasse (z.B. VW Golf) ab 7.300 ISK/Tag (ca. 50 EUR) ab 16.000 ISK/Tag (ca. 109 EUR)
4×4 SUV (z.B. Dacia Duster) ab 10.000 ISK/Tag (ca. 68 EUR) ab 20.000 ISK/Tag (ca. 136 EUR)
Reykjavik

Die Kaution (oft zwischen 60.000 ISK und 120.000 ISK) wird in der Regel in Isländischer Krone auf Ihrer Kreditkarte geblockt. Es ist ratsam, vorab das Limit Ihrer Kreditkarte für diese Summe (ca. 400 EUR bis 850 EUR) zu prüfen.

Die kritische Frage: Welcher Wagentyp ist der richtige?

Die Wahl des Fahrzeugs hängt stark von der Jahreszeit und Ihrer geplanten Route ab.

1. Standard-PKW (Kleinwagen/Mittelklasse)

  • Sommerreisen (Juni bis September).
  • Befahren der Ringstraße (Route 1) und asphaltierter Hauptstraßen.
  • Besuch der Touristenzentren wie Reykjavík und Akureyri.

2. Allrad (4×4 SUV)

  • Fahrten auf den sogenannten F-Straßen (Fjallvegir), die lediglich im Sommer geöffnet sind und extreme Geländebedingungen aufweisen (z.B. Flussdurchquerungen).
  • Winterfahrten (Oktober bis Mai), da hier Schnee, Eis und starke Winde häufig sind. Ein 4×4 bietet höhere Bodenfreiheit und bessere Traktion.

Achtung: Informieren Sie sich immer beim Vermieter, ob das Befahren von F-Straßen erlaubt ist und welche 4×4-Klasse dafür mindestens notwendig ist. Nicht alle SUVs sind für die extremsten F-Straßen zugelassen.

Versicherung in Island: Schutz vor Sand, Kies und Wind

In Island sind die Gefahren für Mietwagen einzigartig. Neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung (Third Party Liability – TPL) sollten Sie folgende spezielle Versicherungen in Betracht ziehen, die fast immer ausgeschlossen sind:

Reykjavik
  • CDW/SCDW (Collision Damage Waiver/Super CDW): Reduziert oder eliminiert die Selbstbeteiligung bei Schäden durch Kollisionen.
  • GP (Gravel Protection – Kieselschlagschutz): Unverzichtbar! Ein Großteil der Ringstraße abseits der Hauptstadt ist Schotter. Steinschläge sind die häufigste Ursache für Schäden an Lack und Windschutzscheibe.
  • SAAP (Sand and Ash Protection – Sand- und Ascheschutz): Dieser Schutz ist Island-spezifisch und sehr wichtig, besonders an der Südküste (z.B. bei Vík). Starke Winde können Sand und Vulkanasche aufwirbeln, was zu großen Lackschäden führt. Diese Schäden sind extrem teuer und fast immer von der Standard-CDW ausgeschlossen.
  • TP (Theft Protection): Diebstahl ist extrem selten, aber die Versicherung ist oft günstig und im Paket enthalten.

Tipp: Achten Sie beim Abschluss einer Versicherung darauf, dass Schäden an der Unterseite des Fahrzeugs (durch unebene Straßen) und durch Wasserschäden (Flussdurchquerungen) meistens ausgeschlossen bleiben.

Lokale Verkehrsregeln und Fahrten im isländischen Winter

Die Fahrweise in Island unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von Deutschland:

  1. Lichtpflicht: Sie müssen Ihr Abblendlicht immer, zu jeder Tages- und Jahreszeit, eingeschaltet lassen.
  2. Geschwindigkeitsbegrenzungen: Die Limits sind streng. Auf asphaltierten Hauptstraßen (wie der Ringstraße) sind maximal 90 km/h erlaubt. Auf Schotterstraßen gilt meist 80 km/h, und innerorts 50 km/h. Die Kontrolle erfolgt oft durch Radarmessungen.
  3. Off-Road Fahren verboten: Das Fahren abseits markierter Straßen und Pisten ist streng verboten und wird mit extrem hohen Bußgeldern (oft über 500.000 ISK, ca. 3.400 EUR) geahndet, da es das empfindliche Ökosystem zerstört.
  4. Brücken: In Island gibt es viele einspurige Brücken. Hier gilt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit und seien Sie bereit zu warten.

Fahren im Winter (Oktober – April)

Im Winter benötigen Sie fast zwingend ein 4×4-Fahrzeug mit Spikereifen (Vorfahrt haben oft die Räumfahrzeuge). Achten Sie unbedingt auf die Wettervorhersagen und Straßenzustandsmeldungen auf der offiziellen Seite der Isländischen Straßenverwaltung (Road.is). Bei heftigen Stürmen werden Straßen oft spontan gesperrt, um Touristen vor dem Einschneien zu schützen.

Tanken und E-Mobilität

In Island wird in Litern abgerechnet. Benzin und Diesel sind teuer. Der Preis liegt oft bei über 340 ISK pro Liter (ca. 2,30 EUR/Liter).

  • Tankstellennetz: In Reykjavík und umliegenden Städten ist das Netz dicht. Auf der Ringstraße, besonders im Osten und Hochland, müssen Sie lange Strecken ohne Tankstelle einplanen. Tanken Sie bei jeder Gelegenheit voll.
  • Selbstbedienung: Die meisten Tankstellen, besonders in ländlichen Gebieten, sind unbemannte Selbstbedienungsstationen, die nur Kreditkarten akzeptieren. Stellen Sie sicher, dass Ihre Karte in den isländischen Automaten funktioniert (oft muss die PIN eingegeben werden).

Obwohl die E-Mobilität auf Island zunimmt, ist das Ladenetzwerk außerhalb der Hauptstadt und der touristischen Hauptrouten noch lückenhaft. Für längere Fahrten abseits der Ringstraße ist ein Verbrennungsmotor momentan noch zuverlässiger.

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