Wer die Lombardei oder Norditalien flexibel erkunden möchte, startet idealerweise direkt am Flughafen Mailand. Die Stadt besitzt zwei große internationale Drehkreuze: Mailand-Malpensa (MXP) und Mailand-Linate (LIN). Hier erfahren Sie, wie Sie als Reisender aus Deutschland schnell und kostengünstig den passenden Mietwagen finden und welche italienischen Verkehrsregeln Sie beachten müssen.
Anmietstationen: Malpensa vs. Linate
Malpensa (MXP) liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums und ist der primäre Flughafen für Interkontinentalflüge. Linate (LIN) liegt nur 8 Kilometer östlich und dient hauptsächlich dem inneritalienischen und europäischen Verkehr. Die Anmietung an beiden Standorten ist einfach, oft aber günstiger in Malpensa, da dort das Angebot an Fahrzeugen größer ist.
Die Autovermietungen in Malpensa finden Sie in Terminal 1, entweder direkt im Ankunftsbereich oder sind durch einen kurzen Shuttle-Service erreichbar.
Die Kosten: Was kostet ein Mietwagen in Mailand?
Die Preise in Mailand variieren stark nach Saison und Buchungszeitpunkt. Als Faustregel gilt: Früh buchen, um die besten Tarife zu sichern. Die Abholung direkt am Flughafen beinhaltet meist eine „Airport Fee“ (Flughafengebühr), die bereits im Endpreis enthalten sein sollte.
Durchschnittliche Mietpreise pro Tag (Nebensaison):
| Fahrzeugkategorie | Preis pro Tag (EUR) |
|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Fiat 500) | ab 30 EUR/Tag (ca. 30 EUR/Tag) |
| Mittelklasse (z.B. VW Golf) | ab 45 EUR/Tag (ca. 45 EUR/Tag) |
| SUV (für längere Touren) | ab 65 EUR/Tag (ca. 65 EUR/Tag) |
| Minivan (z.B. Fiat Talento) | ab 80 EUR/Tag (ca. 80 EUR/Tag) |
Hinweis: Da die italienische Landeswährung der Euro (EUR) ist, entfällt hier die Umrechnung für das deutsche Publikum. Alle Preise sind in Euro angegeben.
Kaution und Zahlungsweise
Die Kaution (oft zwischen 600 EUR und 1.500 EUR) wird immer auf der Kreditkarte des Hauptfahrers autorisiert (blockiert). Stellen Sie sicher, dass Ihre Kreditkarte ausreichend gedeckt ist und auf den Namen des Fahrers ausgestellt ist, da EC-Karten in Italien für die Kaution meist nicht akzeptiert werden.
Dokumente und Voraussetzungen für deutsche Reisende

Für Bürger aus Deutschland und anderen EU-Ländern ist die Anmietung in Italien unkompliziert. Sie benötigen folgende Dokumente:
- Gültiger Führerschein: Der deutsche Führerschein ist in Italien uneingeschränkt gültig.
- Personalausweis oder Reisepass: Zur Identifikation.
- Kreditkarte: Auf den Namen des Hauptfahrers.
- Mietvoucher: Die Buchungsbestätigung.
Das Mindestalter für die Anmietung liegt in der Regel bei 21 Jahren. Fahrer unter 25 Jahren müssen fast immer eine zusätzliche „Young Driver Fee“ (Gebühr für junge Fahrer) bezahlen.
Versicherung in Italien: Wichtige Deckungen
In Italien ist eine Haftpflichtversicherung (RCA – Responsabilità Civile Auto) gesetzlich vorgeschrieben und immer im Basispreis enthalten. Wir empfehlen deutschen Reisenden jedoch dringend, Zusatzversicherungen abzuschließen, um die hohe Selbstbeteiligung im Schadensfall zu eliminieren oder zu reduzieren.
Wichtige Optionen, die Sie prüfen sollten:
Vollkaskoversicherung (CDW): Deckt Schäden am Mietwagen ab. Achten Sie auf Tarife ohne Selbstbeteiligung*.
- Diebstahlschutz (TP): Ebenfalls oft mit Selbstbeteiligung. Gerade in städtischen Gebieten wie Mailand ratsam.
- Reifen- und Glasschutz: Schäden an Reifen und Unterboden sind oft ausgeschlossen und müssen separat versichert werden.
Unterwegs in der Lombardei: Verkehrsregeln, Maut und ZTL
Autofahren in der Lombardei ist relativ entspannt, aber die Mailand-typischen Regelungen verlangen Aufmerksamkeit.
1. Mautstraßen (Pedaggio)
Die meisten italienischen Autobahnen sind mautpflichtig. Die Mautstellen können oft mit Bargeld oder Kreditkarte bezahlt werden. Das beliebte Roadtrip-Ziel in Norditalien, der Gardasee, ist über gut ausgebaute, aber mautpflichtige Strecken erreichbar.
Achtung: Das italienische Verkehrsunternehmen Autostrade per l’Italia bietet detaillierte Informationen zu Mauttarifen und Zahlungsmethoden. (Quelle: https://www.autostrade.it/en/home)

2. ZTL-Zonen in Mailand
Die größte Herausforderung für Besucher in Mailand sind die Zona a Traffico Limitato (ZTL), also verkehrsberuhigte Zonen. Diese historischen Stadtzentren dürfen oft nur von Anwohnern oder mit spezieller Genehmigung befahren werden. Die berühmteste ZTL in Mailand ist die Area C.
- Area C: Dies ist das zentrale historische Gebiet von Mailand, das nur gegen eine Gebühr befahren werden darf. Die Gebühr beträgt werktags 7,50 EUR/Tag (ca. 7,50 EUR/Tag). Kameras registrieren jedes Kennzeichen, und Verstöße, auch wenn sie erst Wochen später bemerkt werden, führen zu hohen Bußgeldern (oft 80 EUR und mehr).
Tipp: Wenn Ihr Hotel in der ZTL liegt, informieren Sie das Personal VOR dem Befahren der Zone, damit diese Ihr Kennzeichen registrieren lassen und Sie die Gebühr bezahlen können.
3. Geschwindigkeitsbegrenzungen
Die italienischen Geschwindigkeitsbegrenzungen weichen leicht von den deutschen ab:
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts (Landstraßen): 90 km/h
- Schnellstraßen (Superstrade/Extraurbane Principali): 110 km/h
- Autobahnen (Autostrada): 130 km/h
Bei Regen oder schlechter Sicht gelten oft reduzierte Limits (z.B. 110 km/h auf der Autobahn).
Beliebte Roadtrips ab Mailand
Ein Mietwagen von Malpensa oder Linate eröffnet Ihnen die besten Routen Norditaliens:
- Comer See (Lago di Como): Nur etwa 1 Stunde Fahrt entfernt. Ideal für einen Tagesausflug oder ein Wochenende. Hier sind kleinere Fahrzeuge ideal für die engen Bergstraßen.
- Gardasee (Lago di Garda): Erreichbar in ca. 2,5 Stunden. Eignet sich hervorragend für längere Touren; ein SUV bietet sich hier an, um die Panoramastraßen komfortabel zu befahren.
- Turin (Torino): Die Haupstadt des Piemont ist in ca. 1,5 Stunden erreichbar (Maut erforderlich).
Spartipps für die Mietwagenbuchung in Italien
- Tankregelung „Voll/Voll“: Achten Sie darauf, die Tankregelung „Full-to-Full“ zu wählen. Dies vermeidet die teuren Servicegebühren der Vermieter für das Auftanken.
- Auf Extras verzichten: GPS, Kindersitze und zusätzliche Fahrer sind teure Extras. Nutzen Sie das mobile GPS Ihres Smartphones (Achtung: Roaming-Gebühren beachten) und bringen Sie Kindersitze gegebenenfalls selbst mit.
- Kilometerbegrenzung: Obwohl die meisten Angebote unbegrenzte Kilometer beinhalten, prüfen Sie dies bei besonders günstigen Angeboten – gerade für ausgedehnte Roadtrips in Italien ist eine Freiheit bei der Kilometerleistung unverzichtbar.

