Madeira, die portugiesische Insel mitten im Atlantik, ist berühmt für ihre dramatischen Landschaften, steilen Klippen und engen, gewundenen Straßen. Ohne einen Mietwagen ist die Erkundung der gesamten Insel fast unmöglich. Hier erfährst du, was du als Reisender aus Deutschland wissen musst, um dein Fahrerlebnis auf Madeira optimal zu gestalten.
Warum ein Mietwagen auf Madeira unverzichtbar ist
Öffentliche Verkehrsmittel auf Madeira sind auf die urbanen Zentren um Funchal herum konzentriert. Willst du die berühmten Levada-Wanderungen, die traditionellen Dörfer wie Santana oder die atemberaubenden Gipfel wie den Pico do Arieiro erreichen, brauchst du definitiv ein eigenes Fahrzeug. Die Flexibilität, die ein Mietwagen bietet, ist auf dieser Insel Gold wert.
Der Mietprozess: Was Reisende aus Deutschland beachten müssen
Als Bürger der Europäischen Union benötigst du für die Anmietung lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass und deinen nationalen deutschen Führerschein (Klasse B ist ausreichend). Das Mindestalter für die Anmietung beträgt bei den meisten Anbietern 21 Jahre, oft wird jedoch eine Jungfahrergebühr für Fahrer unter 25 Jahren erhoben.
Erforderliche Dokumente:
- Gültiger Führerschein (Deutschland)
- Personalausweis oder Reisepass
- Kreditkarte (auf den Namen des Hauptfahrers) für die Kaution
Fahrzeugwahl: Klein, aber kräftig
Auf Madeira führen die Straßen oft steil bergauf und bergab, und Parkplätze in den Städten sind rar. Ein kompakter Wagen ist hier die beste Wahl. Aber Vorsicht: Aufgrund der extremen Steigungen solltest du sicherstellen, dass das Fahrzeug genügend PS hat. Ein Kleinwagen mit schwachem Motor kann an seine Grenzen stoßen.
Empfehlungen für Madeira:
- Kategorie: Mittelklasse- oder Kompaktwagen (z.B. Renault Clio, VW Polo) oder kleine SUVs.
- Motorisierung: Ein stärkerer Motor ist empfehlenswert, kein absoluter Einstiegsmotor.
- Getriebe: Da sehr viel geschaltet werden muss, bevorzugen viele Reisende ein Automatikgetriebe, was das Fahren in den Serpentinen angenehmer macht. Diese sind aber oft teurer und schneller ausgebucht.

Durchschnittliche Mietkosten und Kaution
Die Preise variieren stark je nach Saison. Die Hauptsaison (Sommer und Weihnachten) ist deutlich teurer. Die lokale Währung auf Madeira (Portugal) ist der Euro (EUR). Da dies auch die Währung der Leser aus Deutschland ist, erfolgt keine Währungsumrechnung.
| Fahrzeugtyp | Nebensaison (EUR/Tag) | Hauptsaison (EUR/Tag) |
|---|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Fiat Panda) | ab 20 EUR/Tag | ab 35 EUR/Tag |
| Kompaktwagen (stärker) | ab 25 EUR/Tag | ab 45 EUR/Tag |
| Kleiner SUV (z.B. Nissan Juke) | ab 35 EUR/Tag | ab 60 EUR/Tag |
Die Kaution wird standardmäßig in Euro (EUR) auf der Kreditkarte des Hauptfahrers blockiert. Die Höhe liegt je nach Anbieter und gewähltem Versicherungsschutz zwischen 800 EUR und 1500 EUR.
Versicherungen: Was du wirklich brauchst
Die meisten Mietverträge beinhalten standardmäßig eine Haftpflichtversicherung und eine Kollisionsschadenshaftung (CDW) mit Selbstbeteiligung. Angesichts der engen Straßen und der manchmal waghalsigen Fahrweise der Einheimischen ist die Wahrscheinlichkeit kleiner Schäden hoch.
Tipp: Prüfe, ob deine Kreditkarte oder eine bereits existierende Reiseversicherung einen Mietwagen-Selbstbehalt abdeckt. Ansonsten kann der Abschluss einer Zusatzversicherung ohne Selbstbeteiligung (Vollkaskoschutz ohne Selbstbehalt) sinnvoll sein. Die teuerste, oft angebotene Option der Mietwagenfirma selbst, muss nicht immer die beste sein. Vergleiche Alternativen vorab.
Abholung am Flughafen Funchal (FNC)
Der Großteil der Mietwagen wird direkt am Aeroporto de Cristiano Ronaldo (FNC) abgeholt. Die Schalter der großen internationalen Anbieter (Avis, Hertz, Europcar) sowie lokaler Vermieter befinden sich in der Ankunftshalle. Aufgrund der hohen Nachfrage, besonders in der Hochsaison, ist eine frühzeitige Buchung – idealerweise Wochen im Voraus – dringend empfohlen.
Fahrregeln und Verkehr in Portugal (Madeira)
Die Verkehrsregeln auf Madeira entsprechen weitgehend den europäischen Standards. Es wird rechts gefahren, und es gilt Anschnallpflicht. Was Madeira jedoch besonders macht, sind die steil abfallenden Straßen und die zahlreichen, teils schlecht beleuchteten Tunnel.
Wichtigste Fahr-Tipps:

- Vorfahrt im Kreisel: Wie in Deutschland gilt rechts vor links, jedoch gibt es viele mehrspurige Kreisverkehre, bei denen die Beschilderung beachtet werden muss.
- Steigungen: Nutze den ersten oder zweiten Gang bei extremen Steigungen, um den Motor zu schonen und nicht an Traktion zu verlieren.
- Tunnel: Auf Madeira gibt es hunderte Tunnel, die die Insel durchziehen. Reduziere die Geschwindigkeit und schalte das Licht immer ein, auch wenn die Tunnel tagsüber gut beleuchtet scheinen.
- Hornschnittige Fahrweise: Sei auf Einheimische gefasst, die Kurven schneiden, um in den engen Kehren nicht in den Rückwärtsgang schalten zu müssen.
Geschwindigkeitsbegrenzungen (Portugal):
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts: 90 km/h
- Autobahn (Via Rápida – VR): 100 km/h
Mautstraßen und Parken
Auf Madeira gibt es keine Mautstraßen. Dies vereinfacht die Fahrtplanung. Das Parken in Funchal kann herausfordernd sein. Halte Ausschau nach gekennzeichneten Parkplätzen. Blaue Linien bedeuten, dass du ein Parkticket lösen musst; gelbe oder rote Linien bedeuten absolutes Halteverbot.
Empfehlenswerte Routen für den Roadtrip
Mit dem Mietwagen eröffnen sich die schönsten Seiten Madeiras. Egal ob du einen kurzen Tagesausflug oder eine mehrtägige Inselrundfahrt planst, diese Ziele sind ein Muss:
- Die Nordküste: Fahre von Funchal über die Via Rápida in Richtung Norden, um Porto Moniz mit seinen natürlichen Lavapools zu besuchen. Die Straßen entlang der Nordküste sind besonders spektakulär (aber auch kurvenreich!).
- Pico do Arieiro und Pico Ruivo: Die Fahrt zu diesen höchsten Gipfeln der Insel ist steil, bietet aber unvergleichliche Ausblicke auf die Wolkenlandschaft.
- Ponta de São Lourenço: Die östlichste Spitze der Insel, ideal für eine Wanderung und die Fahrt dorthin ist weniger anspruchsvoll als im Westen.
- Calheta und Ponta do Sol: Erlebe die sonnige, westliche Südküste, bekannt für ihre ruhigeren Strände und modernen Yachthäfen.
Weitere nützliche Informationen zur Routenplanung und zu aktuellen Verkehrshinweisen findest du auf der offiziellen Tourismusseite Portugals: https://www.visitportugal.com/de
Tanken und Tankregelung
Tankstellen sind in den größeren Orten und entlang der Hauptstraßen ausreichend vorhanden. Außerhalb der Ballungszentren, besonders im bergigen Inselinneren, können die Abstände jedoch größer sein. Die Benzinpreise liegen tendenziell etwas über dem Durchschnitt in Deutschland.
Bei der Anmietung gilt meist die „Full-to-Full“-Regelung: Du erhältst das Auto vollgetankt und gibst es vollgetankt zurück. Das ist fast immer die fairste Option, um Zusatzkosten für teures Nachtanken durch den Vermieter zu vermeiden. Diesel (Gasóleo) und Benzin (Gasolina) sind klar gekennzeichnet.

