Eine Reise nach Gran Canaria beginnt oft in der Hauptstadt Las Palmas. Wer die vielfältige Insel wirklich erleben und nicht nur am Strand liegen möchte, kommt um einen Mietwagen kaum herum. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie als deutscher Reisender ein Auto in Las Palmas mieten.
Den richtigen Mietwagen in Las Palmas wählen
Die Straßen auf Gran Canaria sind in der Regel in sehr gutem Zustand. In den bergigen Regionen (wie der ‘Cumbres’) sind die Straßen jedoch eng und kurvig. Deshalb ist die Wahl des Fahrzeugtyps entscheidend für Ihren Komfort.
Empfehlungen je nach Reisezielen:
- Städtetouren und Strandurlaub (Süden): Ein Kleinwagen oder Kompaktwagen (z.B. VW Golf oder Seat Ibiza) reicht völlig aus. Parkplätze sind in Las Palmas rar; hier sind kleine Modelle Gold wert.
- Bergtouren und Wandern (Inselmitte, Roque Nublo): Ein Fahrzeug mit etwas mehr Motorleistung und besserer Straßenlage ist empfehlenswert, um die steilen Steigungen und Serpentinen entspannt zu meistern. Ein kompakter SUV bietet sich an (z.B. Nissan Qashqai).
| Fahrzeugkategorie | Geschätzter Tagespreis (Nebensaison) |
|---|---|
| Kleinwagen | ab 20 EUR/Tag (ca. 20 EUR/Tag) |
| Kompaktwagen | ab 25 EUR/Tag (ca. 25 EUR/Tag) |
| Kompakt-SUV | ab 40 EUR/Tag (ca. 40 EUR/Tag) |
Hinweis: Da die Kanarischen Inseln zu Spanien und somit zur Eurozone gehören, ist die lokale Währung der Euro (EUR). Eine Währungsumrechnung ist daher nicht notwendig, dient aber der Klarheit für unsere deutschen Leser.
Buchen und Abholung: Was Sie benötigen
Für Reisende aus Deutschland ist der Mietprozess in Spanien relativ unkompliziert. Die meisten Autovermietungen finden Sie direkt am Flughafen Las Palmas (Gran Canaria Airport – LPA) oder in der Innenstadt.
Notwendige Dokumente:
- Deutscher Führerschein (Klasse B): Dieser ist in der gesamten EU gültig und ausreichend.
- Personalausweis oder Reisepass: Zur Identifikation.
- Kreditkarte (auf den Namen des Hauptfahrers): Für die Kaution. Prepaid- oder Debitkarten werden fast nie akzeptiert.
- Bestätigung der Reservierung.
Mindestalter: Die meisten Vermieter verlangen ein Mindestalter von 21 Jahren. Fahrer unter 25 Jahren müssen oft eine Jungfahrergebühr zahlen, die bei etwa 5–15 EUR pro Tag liegen kann.
Versicherung und Kaution: Sorgenfrei unterwegs
Die Kanarischen Inseln sind ein sicheres Reiseziel, aber eine gute Versicherung ist unerlässlich. Achten Sie genau darauf, was im Standardpaket enthalten ist.
Wichtige Versicherungsoptionen:
- Haftpflichtversicherung (obligatorisch): Die gesetzliche Mindestdeckung ist in Spanien oft relativ gering. Da Sie aus Deutschland kommen, sollten Sie auf eine erhöhte Deckung achten – in der Regel in der Vollkasko (CDW) enthalten.
- Vollkaskoschutz (CDW): Reduziert Ihre Haftung bei Schäden am Mietwagen (oft mit hoher Selbstbeteiligung).
- Diebstahlschutz (TP): Deckt den Verlust des Fahrzeugs ab (ebenfalls oft mit Selbstbeteiligung).
- Zusatzversicherungen ohne Selbstbeteiligung (Oft FDW oder Super CDW): Dies ist die beste Option, um im Schadensfall keine Tausend Euro Kaution zu verlieren. Dies ist besonders bei engen Straßen in Bergdörfern empfehlenswert.
Die Kaution wird in Euro auf Ihrer Kreditkarte geblockt und liegt, abhängig von Fahrzeugtyp und Versicherungspaket, oft zwischen 300 EUR und 1.500 EUR.
Verkehrsregeln auf Gran Canaria
Spanien hat strenge Verkehrsregeln, die auf den Kanaren natürlich gelten. Bußgelder sind teuer und werden rigoros durchgesetzt, auch bei ausländischen Fahrern.
| Regel | Besonderheit in Spanien/Kanaren |
|---|---|
| Geschwindigkeit | Innerorts: 50 km/h; Außerorts: 90 km/h; Schnellstraßen (Autovía): 120 km/h |
| Alkoholgrenze | 0,5 Promille (für Berufsfahrer und Fahranfänger 0,3 Promille) |
| Parken | Blaue Zonen (zahlungspflichtig), Weiße Zonen (kostenlos, begrenzt), Gelbe Zonen (absolutes Halteverbot) |
| Beleuchtung | Abblendlicht ist in Tunneln immer Pflicht. |
| Handy | Nutzung nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt. |
Parken in Las Palmas: Das Parken an der Straße ist schwierig. Nutzen Sie am besten die Tiefgaragen, besonders in der Nähe beliebter Gegenden wie dem Strand Las Canteras oder dem historischen Viertel Vegueta. Diese sind zwar kostenpflichtig, aber bieten Sicherheit und sparen Nerven.
Mautstraßen (Toll Roads): Auf Gran Canaria gibt es keine Mautstraßen (Autopistas de Peaje), was die Reiseplanung erleichtert.
Tanken und Spritpreise
Gran Canaria ist steuerlich begünstigt, was bedeutet, dass die Spritpreise deutlich niedriger sind als im deutschen Festland. Die Kraftstoffpreise in Litern pro Euro sind oft am günstigsten direkt an den großen Autobahnen oder in Industriegebieten.
Tankstellen-Tipp: Tankstellen (Gasolineras) funktionieren oft mit Bedienung. Sie halten an, sagen dem Tankwart die gewünschte Menge (z.B. “Lleno, por favor” – “Voll, bitte”), und bezahlen anschließend. Außerhalb der Hauptreisezentren kann es mittags Schließzeiten geben.
Die schönsten Routen ab Las Palmas
Mit dem Mietwagen können Sie innerhalb weniger Stunden die ganze landschaftliche Vielfalt der Insel erkunden. Hier sind einige Routen, die in Las Palmas beginnen:
- GC-1 (Südküste): Die Autobahn bringt Sie schnell von Las Palmas in die Touristenzentren im Süden: Maspalomas, Playa del Inglés und Puerto Rico. Ideal für Tagesausflüge, die entspanntes Fahren erfordern.
- Vegueta und Triana (Las Palmas): Lassen Sie sich einen halben Tag Zeit, um das historische Herz der Stadt zu erkunden. Hier ist das Auto aber eher hinderlich; parken Sie am Rand und laufen Sie.
- Roque Nublo und Tejeda (GC-150 / GC-600): Dies ist die Königsdisziplin für Autofahrer. Enge Serpentinen und atemberaubende Ausblicke ins Tal. Planen Sie hierfür einen ganzen Tag ein und fahren Sie vorsichtig, da die Straßen oft von Radfahrern genutzt werden.
Umgang mit Verkehr und Notfällen
Sollten Sie in einen Unfall verwickelt werden oder eine Panne haben, gilt in Spanien die Pflicht, eine Sicherheitsweste anzulegen, sobald Sie das Fahrzeug auf der Fahrbahn verlassen. Außerdem müssen Sie zwei Warndreiecke im Auto mitführen – das sollte aber bereits bei der Übergabe im Kofferraum vorhanden sein.
Ihre Mietwagenfirma stellt Ihnen im Notfall eine 24-Stunden-Hotline zur Verfügung. Die allgemeine Notrufnummer auf den Kanaren (und in ganz Spanien) ist die 112. Sprechen viele Spanier kein Deutsch, ist Englisch oder Spanisch hilfreich. Nutzen Sie bei Verständigungsproblemen die Webseite der deutschen Botschaft in Madrid, die oft hilfreiche Telefonnummern bereitstellt: https://madrid.diplo.de/es-de/service/kontakte-notfaelle/2422770.
