Wer Genua und die atemberaubende ligurische Küste wirklich erleben möchte, kommt um einen Mietwagen kaum herum. Die Flexibilität, die Cinque Terre, Portofino und das Hinterland auf eigene Faust zu erkunden, ist unschlagbar. Hier erfahren Reisende aus Deutschland, worauf sie beim Mieten eines Autos in der italienischen Hafenstadt achten müssen.
Die richtige Wahl: Fahrzeugkategorien für Genua
Genua selbst ist eine alte Stadt mit engen Gassen und begrenzten Parkmöglichkeiten. Für den Stadtverkehr eignen sich kleinere Autos am besten. Sobald Sie jedoch die kurvigen Küstenstraßen (Strada Statale 1 – Aurelia) befahren, ist ein Fahrzeug mit ausreichend Motorleistung empfehlenswert.
Empfehlungen nach Reisetyp:
- Städtetrip (Genua): Kleinwagen oder Kompaktauto (z.B. Fiat 500/Panda) – einfach zu parken und wendig.
- Küstenstraßen (Cinque Terre, Portofino): Mittelklasse (z.B. VW Golf oder ähnliches) – bietet mehr Komfort und Sicherheit auf kurvigen Strecken.
- Familien- oder Gruppenreisen: Kombi oder Minivan – nötig für Gepäck und längere Fahrten.
Die Kosten variieren stark je nach Saison und Fahrzeugklasse. Im Durchschnitt liegen die Preise pro Tag oft zwischen:
- Kleinwagen: ab 30 EUR/Tag
- Mittelklasse: ab 45 EUR/Tag
- Familienvan: ab 70 EUR/Tag
Da der Euro (EUR) sowohl die lokale Währung in Genua (Italien) als auch die Währung in Deutschland ist, entfällt der Währungsumrechnungshinweis.
Anmietung: Wo und wann?
Die Anmietung ist am Flughafen Genua Christoforo Colombo (GOA) am bequemsten. Hier finden Sie die Schalter aller großen internationalen und nationalen Anbieter. Alternativ gibt es Stadtbüros, die oft zentral in der Nähe des Hauptbahnhofs Genua Piazza Principe liegen.
Tipp zur Buchung: Frühzeitiges Buchen, besonders in der Hochsaison (Juni bis September), sichert nicht nur bessere Preise, sondern auch die Verfügbarkeit der kleineren, in Italien so praktischen Fahrzeuge.

Erforderliche Dokumente für Reisende aus Deutschland
Da Italien Mitglied der EU ist, sind die Anforderungen für deutsche Staatsbürger unkompliziert:
- Führerschein: Der deutsche EU-Führerschein ist voll gültig.
- Personalausweis oder Reisepass: Zur Identifikation.
- Kreditkarte: Muss auf den Namen des Hauptfahrers ausgestellt sein für die Kaution. Die Kaution kann je nach Anbieter und Fahrzeugklasse zwischen 500 EUR und 1500 EUR betragen.
- Mindestalter: Üblicherweise 21 Jahre. Bei Fahrern unter 25 Jahren wird fast immer eine „Jungfahrergebühr“ (Tassa per guidatore giovane) erhoben, die pro Tag zusätzlich anfällt.
Verkehrsregeln in Italien: Was Sie wissen müssen
Die Verkehrsregeln in Italien unterscheiden sich in einigen wichtigen Punkten von denen in Deutschland, insbesondere in Genua selbst.
Geschwindigkeitsbegrenzungen (wenn nicht anders ausgeschildert):
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts (Landstraßen): 90 km/h
- Schnellstraßen (Superstrada): 110 km/h
- Autobahnen (Autostrada): 130 km/h (bei Nässe 110 km/h)
ZTL (Zona a Traffico Limitato)
Genua hat wie viele italienische Städte sogenannte Zonen mit beschränktem Verkehr (ZTL), oft in den historischen Zentren. Diese Zonen sind mit Kameras überwacht. Das unbefugte Befahren führt fast immer zu hohen Bußgeldern, die Ihnen auch lange nach der Reise über den Mietwagenanbieter zugestellt werden. Achten Sie auf die Schilder mit dem rot umrandeten Kreis und der Aufschrift “VARCO ATTIVO” (Einfahrt aktiv/verboten).
Parken
Die Parkregeln sind farblich gekennzeichnet:
- Weiße Linien: Kostenlos parken (selten).

- Gelbe Linien: Für Anwohner oder spezielle Gruppen reserviert (Parkverbot).
Genua bietet einige teure, aber sichere Parkhäuser am Rande des historischen Zentrums und in der Nähe des Hafens. Nutzen Sie diese, um ZTL-Strafen zu vermeiden.
Maut und Autobahnen
Die italienischen Autobahnen (Autostrade) sind fast alle mautpflichtig. Die Mautstrecke in Ligurien ist berüchtigt für Viadukte und Tunnel, bietet aber die schnellste Verbindung entlang der Küste (z.B. von Genua nach La Spezia oder in Richtung Frankreich). Sie können die Maut bar, mit Kreditkarte oder über das Telepass-System bezahlen. Achten Sie darauf, nicht die Telepass-Spuren zu nutzen, es sei denn, Ihr Mietwagen ist explizit damit ausgestattet.
Versicherung und Selbstbeteiligung
Die meisten Mietverträge in Italien beinhalten bereits die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung (RCA) und eine Basis-Kollisionsschaden-Versicherung (CDW) sowie Diebstahlschutz (TP). Diese Policen haben jedoch oft eine hohe Selbstbeteiligung (Franchigia).
Wichtige Versicherungsoptionen:
- CDW (Collision Damage Waiver) & TP (Theft Protection): Meist inklusive, aber mit Selbstbeteiligung.
- Volle Deckung ohne Selbstbeteiligung (Super Cover): Extrem empfehlenswert in Italien, da Schäden und Diebstahlwahrscheinlichkeit höher sein können. Dies schließt in der Regel auch Schäden an Reifen und Glas mit ein.
- Haftpflichtdeckungssumme: Prüfen Sie, ob diese hoch genug ist. Viele deutsche Kreditkarten oder Reiseversicherungen bieten eine Zusatzdeckung an.
Roadtrip-Ideen ab Genua
Genua ist ein idealer Ausgangspunkt, um die italienische und französische Riviera zu erkunden.
- Die ligurische Ostküste (Levante): Fahren Sie in Richtung Süden nach Portofino und den malerischen fünf Dörfern der Cinque Terre (ca. 1,5 bis 2 Stunden Fahrzeit). Beachten Sie, dass die Cinque Terre selbst ZTL-Zonen haben – parken Sie am besten in Levanto oder La Spezia und nutzen Sie den Zug.
- Die ligurische Westküste (Ponente): Erkunden Sie Sanremo, Alassio oder die Blumenriviera. Diese Gegend ist ruhiger und touristisch weniger überlaufen als die Levante.
- Grenzüberschreitung nach Frankreich: Von Genua aus ist Nizza in Frankreich nur ca. 2,5 Stunden entfernt. Wenn Sie planen, die Grenze zu passieren, müssen Sie dies UNBEDINGT im Voraus beim Vermieter anmelden. Nicht alle Anbieter erlauben oder versichern grenzüberschreitende Fahrten, oder es fällt eine zusätzliche Gebühr an.
Image: Blick auf Genua vom Meer aus, Alt-Text: Genua Hafenblick mit historischen Gebäuden

