Fuerteventura ist die perfekte Insel für einen Roadtrip. Vom Norden (Corralejo) bis in den Süden (Morro Jable) sind alle Traumstrände und Vulkaneinsichten am entspanntesten mit dem eigenen Mietwagen erreichbar. Da die Kanarischen Inseln zu Spanien gehören, gelten klare und vertraute Regeln, doch es gibt einige lokale Besonderheiten, die Urlauber aus Deutschland kennen sollten.
Warum ein Mietwagen auf Fuerteventura unverzichtbar ist
Obwohl die Hauptstraße FV-2 die wichtigsten Städte verbindet, sind die schönsten Ecken der Insel – die entlegenen Strände, kleinen Dörfer und Naturparks – ohne Auto kaum zugänglich. Öffentliche Verkehrsmittel sind zwar vorhanden, aber unflexibel und zeitaufwendig.
Mietwagen buchen: Was Reisende aus Deutschland beachten müssen
Die Buchung sollte idealerweise schon vor der Abreise erfolgen, da die Preise am Flughafen Fuerteventura (FUE) in der Hochsaison deutlich steigen. Gerade zur Osterzeit oder im Spätherbst können die Kontingente schnell erschöpft sein.
1. Benötigte Dokumente
Als Bürger der Europäischen Union benötigen Sie für die Anmietung auf Fuerteventura (Spanien):
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass.
- Gültiger deutscher Führerschein (Klasse B).
- Kreditkarte (auf den Namen des Hauptfahrers).
Ein internationaler Führerschein ist nicht notwendig, da der deutsche Führerschein in der gesamten EU anerkannt ist.
2. Altersbestimmungen und Zusatzfahrer
Die meisten Vermieter verlangen ein Mindestalter von 21 Jahren, oft auch 23. Fahrer unter 25 müssen fast immer eine sogenannte ‚Young Driver Fee‘ (Jungfahrergebühr) entrichten. Diese Gebühr liegt oft zwischen 10 EUR und 25 EUR pro Tag.
Zusatzfahrer müssen ebenfalls persönlich anwesend sein und ihre Dokumente vorlegen. Achten Sie darauf, dass der Preis für den Zusatzfahrer im Mietvertrag enthalten ist, um Probleme im Schadensfall zu vermeiden.
3. Währung und Preisniveau
Auf den Kanarischen Inseln ist der Euro (EUR) die offizielle Währung. Da Sie als Zielgruppe aus Deutschland kommen, ist keine Währungsumrechnung in Klammern notwendig, da {AUDIENCE_CURRENCY} (EUR) der lokalen Währung entspricht.
Durchschnittliche Mietpreise pro Tag (Nebensaison):

| Fahrzeugkategorie | Preis pro Tag (EUR) |
|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Fiat 500, VW Polo) | ab 20 EUR |
| Mittelklasse (z.B. Opel Astra, Seat Leon) | ab 30 EUR |
| SUV (z.B. Nissan Qashqai) | ab 45 EUR |
| Cabrio (Hochsaison) | ab 60 EUR |
4. Kaution
Die Kaution (für Tankfüllung und Selbstbehalt) wird üblicherweise per Kreditkarte blockiert. Die Höhe variiert stark, rechnen Sie jedoch mit 300 EUR bis 1.000 EUR, abhängig von der gewählten Fahrzeugkategorie und dem Versicherungsmodell.
Versicherungen und Absicherung auf spanischem Boden
Die Basismiete beinhaltet in Spanien meist die Haftpflichtversicherung (Third Party Liability) sowie eine Kollisionsschadenversicherung (CDW/Teilkasko) mit Selbstbehalt. Für sorgenfreies Fahren empfiehlt sich jedoch ein umfassender Schutz.
Wichtige Versicherungsoptionen:
- Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Dies ist die beste Wahl, um bei Schäden an Karosserie, Glas, Reifen und Unterboden nicht zahlen zu müssen. Dies ist besonders ratsam aufgrund der vielen Schotterpisten (Pisten) zu den entlegenen Stränden.
- Diebstahlschutz (TP): Meist inbegriffen, aber prüfen Sie die Deckungssumme.
- Pannenhilfe: Sollte 24/7 abgedeckt sein. Lesen Sie das Kleingedruckte bezüglich der Kostenübernahme bei Pannen, die durch fehlerhaftes Fahrverhalten entstehen (z.B. Festsitzen im Sand).
Lokale Fahrregeln und Verkehrsbesonderheiten
Das Fahren auf Fuerteventura ist im Allgemeinen entspannt, aber es gibt Besonderheiten der spanischen Verkehrsordnung (Código de Circulación).
1. Geschwindigkeitsbegrenzungen
Beachten Sie, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen in Spanien streng überwacht werden:
- Innerorts: 50 km/h (oft auch 30 km/h in kleineren Orten)
- Außerorts/Landstraßen: 90 km/h
- Schnellstraßen (z.B. FV-2): 100 km/h oder 110 km/h (achten Sie genau auf die Beschilderung)
2. Besondere Straßen
Einige beliebte Routen sind Schotterpisten (unbefestigte Straßen), die sogenannten Pisten. Die bekannteste ist die Zufahrt zum Naturschutzgebiet Cofete im Süden (FV-605 und FV-2). Prüfen Sie im Mietvertrag, ob Fahrten auf unbefestigten Straßen erlaubt sind. Viele Vermieter schließen Schäden, die auf Pisten entstehen, explizit aus, wenn Sie lediglich einen Standard-Kleinwagen mieten.
3. Parken

Das Parken in den Städten wie Puerto del Rosario, Corralejo und Morro Jable wird durch farbige Linien geregelt:
- Blaue Zonen (Zona Azul): Gebührenpflichtiges Parken für eine begrenzte Zeit (Tickets am Parkautomaten lösen).
- Weiße Linien: Kostenloses Parken.
- Gelbe Linien, Zickzack-Linien: Parkverbot.
- Grüne Linien (selten): Meist Anwohnerparken.
Tanken und Treibstoff
Die Tankstellen heißen auf Spanisch Gasolineras. Treibstoff ist auf den Kanarischen Inseln aufgrund der geringeren Steuern etwas günstiger als auf dem spanischen Festland oder in Deutschland. Es gibt ausreichend Tankstellen auf der Insel, jedoch sollten Sie bei längeren Exkursionen in den Süden oder zu entlegenen Stränden immer den Tankstand prüfen.
Die schönsten Routen und Ziele
Mit Ihrem Mietwagen auf Fuerteventura stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen. Hier sind einige Highlights, die Sie nicht verpassen sollten:
Nördliche Highlights
Corralejo: Startpunkt zum Dünenpark (Parque Natural de Corralejo*) und den Fähren nach Lobos. Hier finden Sie weite Sandstrände.
El Cotillo: Berühmt für seine entspannte Atmosphäre, die Lagunenstrände (Playas de El Cotillo) und den Leuchtturm (Faro de Tostón*).
Zentrales Fuerteventura
- Betancuria: Die ehemalige Inselhauptstadt, eingebettet in ein grünes, bergiges Tal. Sehr sehenswerte, historische Altstadt. Route über die FV-30 bietet spektakuläre Aussichten.
Südliche Erkundung
Halbinsel Jandía: Fahren Sie bis nach Morro Jable und weiter zur Westspitze, um den Faro Punta de Jandía* zu sehen (Vorsicht: langer Abschnitt unbefestigte Straße!).
- Sotavento: Ideal für Wind- und Kitesurfer, bekannt für die großen Lagunen bei Ebbe.
Versteckte Kosten vermeiden
Lesen Sie den Mietvertrag sorgfältig durch, um diese typischen Zuschläge zu umgehen oder bewusst zu akzeptieren:
- Tankregelung (Fuel Policy): Wählen Sie idealerweise “Full-to-Full” (voll abholen, voll zurückgeben). Bei “Full-to-Empty” zahlen Sie oft einen überteuerten Preis für die erste Tankfüllung plus eine Servicegebühr.
- Reinigung: Wenn das Auto übermäßig verschmutzt ist (z.B. Sand im Innenraum), kann eine Reinigungsgebühr erhoben werden. Sand ist auf Fuerteventura omnipräsent, daher das Fahrzeug vor der Rückgabe leicht aussaugen oder abwischen.
- Versicherungsverkäufe vor Ort: Oft versuchen lokale Vermieter, bereits gebuchte Zusatzversicherungen der Broker zu ignorieren und eigene, teure Policen zu verkaufen. Bleiben Sie standhaft, wenn Sie bereits vollständig abgesichert sind. Nutzen Sie ggf. die Kontaktdaten Ihres Brokers, um dies zu klären.
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