Die deutsche Autovermietung Starcar steht vor dem endgültigen Aus. Nach der Insolvenz werden weitere Standorte geschlossen, darunter zuletzt auch die verbliebenen Filialen in Hamburg. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass das Unternehmen Fahrzeuge nur noch zurücknimmt und den regulären Vermietbetrieb nicht fortführt. Für Reisende, die eine Buchung besitzen oder ein Fahrzeug zurückgeben müssen, stellt sich damit vor allem eine praktische Frage: Wie lässt sich jetzt vermeiden, dass aus einer geplanten Autofahrt ein organisatorisches Problem wird?
Die Entwicklung zeigt zugleich, wie wichtig es bei Mietwagenbuchungen ist, nicht nur auf den Tagespreis zu achten. Wenn ein Anbieter seinen Geschäftsbetrieb einstellt, können Abholung, Rückgabe, Kaution und mögliche Erstattungen betroffen sein. Kunden sollten deshalb ihre Unterlagen prüfen und bei offenen Vorgängen möglichst schnell schriftlich Kontakt aufnehmen.
Starcar beendet den Vermietbetrieb
Nach den vorliegenden Berichten ist die Insolvenz von Starcar inzwischen mit der Schließung weiterer Niederlassungen verbunden. Im Februar 2026 wurde über die letzten Starcar-Filialen in Hamburg berichtet. Bereits im Januar hieß es, dass das Unternehmen nach dem Aus nur noch Mietfahrzeuge zurücknimmt. Eine reguläre Ausgabe von Fahrzeugen ist damit an den betroffenen Standorten nicht mehr verlässlich zu erwarten.
Für Kunden bedeutet das: Eine bestehende Reservierung sollte nicht automatisch als bestätigt betrachtet werden, nur weil sie weiterhin in einer E-Mail oder einem Buchungsportal sichtbar ist. Entscheidend ist, ob die Station tatsächlich geöffnet ist und ob das Fahrzeug bereitgestellt werden kann. Besonders bei Abholungen an Wochenenden, spät am Abend oder an Flughäfen kann eine kurzfristige Klärung schwierig werden.
Diese Schritte sind für Kunden jetzt sinnvoll
1. Buchung und Zahlungsnachweise sichern
Speichern Sie die Buchungsbestätigung, Zahlungsbelege, E-Mails und gegebenenfalls die Angaben zur Kaution. Wichtig sind außerdem Reservierungsnummer, Abholstation, Mietzeitraum und der Name des Vertragspartners. Diese Unterlagen werden benötigt, wenn eine Erstattung verlangt oder eine Ersatzbuchung begründet werden muss.
2. Abholstation direkt prüfen
Verlassen Sie sich nicht allein auf ältere Öffnungszeiten oder eine automatisch versendete Reservierungsbestätigung. Prüfen Sie, ob die Station noch geöffnet ist, und nehmen Sie den Kontakt möglichst schriftlich auf. Eine E-Mail oder ein Kontaktformular bietet im Streitfall einen besseren Nachweis als ein nicht dokumentiertes Telefongespräch.
3. Nicht einfach selbst stornieren
Wenn eine Buchung wegen der Schließung nicht erfüllt werden kann, sollten Kunden den Grund eindeutig dokumentieren. Eine eigenständige Stornierung kann je nach Vertrag anders behandelt werden als eine Absage durch den Vermieter. Fordern Sie deshalb eine klare Bestätigung, ob die Reservierung vom Anbieter aufgehoben wurde und wie mit bereits gezahlten Beträgen verfahren wird.
4. Ersatzfahrzeug mit Preisvergleich buchen
Wer kurzfristig ein Auto benötigt, sollte mehrere Vermieter und Vergleichsportale prüfen. Dabei zählen nicht nur der Gesamtpreis und die Fahrzeugklasse. Achten Sie auch auf Kaution, Selbstbeteiligung, Tankregelung, Freikilometer, Mindestalter und die Bedingungen für Grenzfahrten. Eine deutlich teurere Ersatzbuchung kann möglicherweise als Schaden geltend gemacht werden, das ist jedoch vom jeweiligen Vertrag und der rechtlichen Situation abhängig. Bewahren Sie daher alle Belege auf und holen Sie bei größeren Beträgen fachlichen Rat ein.
Besondere Vorsicht bei Flughafenbuchungen
Für Urlaubs- und Geschäftsreisende sind ausgefallene Mietwagen am Flughafen besonders problematisch. Wer nach der Landung kein Fahrzeug erhält, muss häufig kurzfristig auf einen anderen Anbieter, einen Transfer oder ein Taxi ausweichen. Bei einer Ersatzbuchung sollten Reisende deshalb möglichst am selben Flughafen und für den identischen Zeitraum suchen. So lässt sich später besser nachvollziehen, warum zusätzliche Kosten entstanden sind.
Wer das Fahrzeug bereits übernommen hat, sollte die Rückgabe nicht an einer geschlossenen Station abstellen. Zunächst sollte schriftlich geklärt werden, wo und wie die Rückgabe erfolgen soll. Fotos vom Fahrzeug, vom Kilometerstand, vom Tankfüllstand und vom Abstellort können sinnvoll sein. Ebenso wichtig ist ein Nachweis über Datum und Uhrzeit der Rückgabe. Ohne klare Anweisung sollten Kunden keine Schlüssel in öffentlich zugänglichen Bereichen hinterlegen.
Was die Entwicklung für den Mietwagenmarkt bedeutet
Die Starcar-Insolvenz fällt in eine Phase, in der sich der Mietwagenmarkt spürbar verändert. Branchenberichte nennen wirtschaftlichen Druck bei mehreren Vermietern, während einzelne Unternehmen durch Übernahmen weiter wachsen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Elektro-Mietwagen trotz steigender Kraftstoffpreise vergleichsweise zurückhaltend. Für Kunden führt diese Entwicklung zu einem Markt mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und sehr verschiedenen Risiken.
Ein kleiner oder regionaler Anbieter kann attraktive Preise und persönliche Abwicklung bieten. Bei einer Buchung sollten Reisende aber prüfen, wer tatsächlich Vertragspartner ist, ob die Zahlung direkt an den Vermieter oder an einen Vermittler geht und welche Kontaktstelle im Notfall erreichbar ist. Gerade bei Vorauszahlungen lohnt es sich, die Bedingungen für Stornierung und Rückerstattung vor dem Abschluss zu lesen.
Praktische Checkliste vor jeder Mietwagenbuchung
- Vertragspartner und Station kontrollieren
- Gesamtpreis inklusive Gebühren und Kaution prüfen
- Öffnungszeiten und Notfallkontakt speichern
- Vorauszahlungen und Erstattungsregeln dokumentieren
- Bei der Abholung und Rückgabe Fotos anfertigen
- Für wichtige Fahrten eine alternative Mobilität einplanen
Für Starcar-Kunden gilt derzeit vor allem: offene Buchungen, Rückgaben und Zahlungsfragen nicht aufschieben. Je früher der Vorgang dokumentiert und schriftlich geklärt wird, desto leichter lassen sich Ersatzmobilität und mögliche Ansprüche organisieren.

