Airbnb will sein bisher vor allem auf Unterkünfte ausgerichtetes Reiseangebot um Mietwagen erweitern. Das berichten mehrere Branchenmedien mit Bezug auf die aktuellen Ausbaupläne des Unternehmens. Damit würde die Plattform neben Übernachtungen und weiteren Reiseleistungen künftig auch die individuelle Mobilität am Zielort abdecken.
Für deutschsprachige Urlauber und Geschäftsreisende ist der Schritt vor allem deshalb interessant, weil Unterkunft und Mietwagen möglicherweise über einen einzigen Reiseweg planbar werden. Konkrete Angaben zu Starttermin, Ländern, Autovermietern, Fahrzeugklassen und möglichen Tarifen sind nach den derzeit verfügbaren Informationen jedoch noch nicht vollständig veröffentlicht. Eine verbindliche Bewertung des Angebots ist daher erst möglich, wenn die Buchungsbedingungen und der tatsächliche Leistungsumfang feststehen.
Was sich für Reisende ändern könnte
Die geplante Erweiterung folgt einem Trend, bei dem Reiseplattformen möglichst viele Bestandteile einer Reise in einem Buchungsprozess bündeln. Wer eine Ferienwohnung in Spanien, Portugal oder den USA reserviert, benötigt häufig auch ein Fahrzeug für Flughafentransfers, Ausflüge oder längere Strecken. Ein integriertes Mietwagenangebot könnte die Suche vereinfachen und den Vergleich von Unterkunft, Anreise und Mobilität an einem Ort ermöglichen.
Das wäre besonders für Reisende praktisch, die bisher mehrere Webseiten nutzen müssen. Gleichzeitig bedeutet ein gemeinsamer Buchungsweg nicht automatisch, dass der Gesamtpreis niedriger ausfällt. Vermittlungsgebühren, Versicherungen, Zusatzfahrer, Tankregelungen und Gebühren für die Abholung an Flughäfen können den Endbetrag deutlich beeinflussen.
Der Gesamtpreis bleibt wichtiger als der Starttarif
Erfahrungen aus dem Mietwagengeschäft zeigen, dass der zunächst angezeigte Preis häufig nicht alle Kosten enthält. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen weist bei Mietwagenbuchungen unter anderem auf mögliche Zusatzkosten hin. Dazu zählen beispielsweise Gebühren für junge Fahrer, Einwegmieten, zusätzliche Fahrer, Sonderausstattung oder die Abholung außerhalb der regulären Öffnungszeiten.
Wer ein neues Mietwagenangebot innerhalb einer Reiseplattform nutzt, sollte deshalb nicht nur den Tagespreis prüfen. Entscheidend ist der Gesamtpreis für den gesamten Mietzeitraum. Vor dem Abschluss sollten Reisende insbesondere diese Punkte kontrollieren:
- Welche Versicherung ist bereits enthalten und welche Selbstbeteiligung bleibt bestehen?
- Gibt es eine Kaution und welche Zahlungsmittel werden dafür akzeptiert?
- Welche Tankregelung gilt bei Übernahme und Rückgabe?
- Sind unbegrenzte Kilometer eingeschlossen?
- Fallen Gebühren für Flughafenstationen, Grenzübertritte oder Einwegmieten an?
- Wer ist bei Verspätungen, Schäden oder einer verspäteten Fahrzeugübergabe Ansprechpartner?
Abholung am Flughafen genau prüfen
Für viele Reisende wird die Abholung am Flughafen der wichtigste Anwendungsfall sein. Gerade an großen deutschen Flughäfen wie Berlin Brandenburg oder München können Stationen außerhalb des Terminals liegen. In solchen Fällen müssen Kunden zunächst den richtigen Shuttlebus oder einen separaten Weg zum Mietwagencenter finden.
Bei einer Buchung über eine zusätzliche Plattform sollte klar erkennbar sein, welches Unternehmen das Fahrzeug tatsächlich bereitstellt. Der Vermittler und der lokale Vermieter können unterschiedliche Zuständigkeiten haben. Das betrifft etwa die Kaution, die Schadenaufnahme, die Fahrzeugrückgabe und die Bearbeitung von Nachforderungen. Eine Telefonnummer für den Notfall sowie die genaue Adresse der Station sollten vor Reisebeginn gespeichert werden.
Mehr Auswahl, aber auch mehr Vergleichsarbeit
Ein neues Angebot kann den Wettbewerb im digitalen Reisemarkt verstärken. Für Kunden ist das grundsätzlich positiv, wenn mehrere Anbieter, Fahrzeugklassen und Versicherungsmodelle transparent vergleichbar sind. Entscheidend wird sein, ob die Plattform Unterschiede bei Selbstbeteiligung, Kilometerlimit und Rückgaberegeln verständlich darstellt oder lediglich die günstigsten Einstiegspreise hervorhebt.
Auch die Fahrzeugverfügbarkeit kann eine Rolle spielen. Eine Unterkunft ist nicht automatisch mit einem passenden Mietwagen in derselben Region kombinierbar. Bei Inselreisen, abgelegenen Ferienorten oder stark nachgefragten Flughäfen kann die Auswahl begrenzt sein. Wer ein bestimmtes Fahrzeug benötigt, etwa einen Kombi für eine Familie oder ein Elektroauto mit ausreichender Reichweite, sollte deshalb möglichst früh buchen und die Fahrzeugklasse genau prüfen.
Elektroautos und längere Mietzeiten
Für die geplante Erweiterung könnte auch die wachsende Nachfrage nach Elektroautos und längeren Mietzeiten relevant sein. Bei Elektrofahrzeugen müssen Reisende zusätzlich klären, ob ein Ladekabel im Mietumfang enthalten ist, welche Rückgaberegel für den Ladezustand gilt und ob öffentliche Ladekosten selbst getragen werden. Für Roadtrips sollte außerdem vorab geprüft werden, wie dicht das Ladenetz entlang der geplanten Route ist.
Bei längeren Mieten können Wochen- oder Monatstarife günstiger sein als mehrere einzelne Buchungen. Gleichzeitig gelten dann oft andere Bedingungen für Kilometer, Wartung und Fahrzeugwechsel. Ohne konkrete Tarifdetails lässt sich derzeit noch nicht sagen, welchen Schwerpunkt das neue Angebot setzen wird.
Darauf sollten Kunden beim Start achten
Wer das Angebot nach der Einführung ausprobieren möchte, sollte zunächst eine Vergleichsbuchung bei etablierten Mietwagenanbietern durchführen. So lässt sich beurteilen, ob der Preis tatsächlich konkurrenzfähig ist. Wichtig ist außerdem, die Mietbedingungen vor der Zahlung herunterzuladen oder als PDF zu speichern. Screenshots des beworbenen Preises können bei späteren Unstimmigkeiten hilfreich sein.
Bei der Fahrzeugübernahme empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle. Schäden an Karosserie, Felgen, Scheiben und Innenraum sollten fotografiert und im Übergabeprotokoll vermerkt werden. Bei der Rückgabe sollten Reisende nach Möglichkeit innerhalb der Öffnungszeiten zurückgeben und sich die ordnungsgemäße Abnahme bestätigen lassen.
Airbnbs möglicher Einstieg in das Mietwagengeschäft kann die Reiseplanung vereinfachen, ersetzt aber nicht den sorgfältigen Vergleich. Für Kunden wird entscheidend sein, wie transparent Preise, Versicherungen und Zuständigkeiten dargestellt werden. Bis weitere Details vorliegen, bleibt der beste Schutz vor Überraschungen eine vollständige Prüfung der Mietbedingungen vor der Buchung.

