Port Elizabeth und die Garden Route: So mieten Sie das perfekte Auto in Südafrika

Port Elizabeth (neu: Gqeberha) ist das Tor zur berühmten Garden Route und ein idealer Ausgangspunkt, um die Ostkap-Provinz Südafrikas zu erkunden. Um die vielen Naturreservate und Küstenabschnitte flexibel zu bereisen, ist ein Mietwagen unverzichtbar. Hier erfahren Reisende aus Deutschland, worauf sie beim Buchen und Fahren achten müssen.

Mietwagen buchen in Port Elizabeth

Meistens beginnen Reisende ihren Roadtrip direkt am Flughafen. Der Port Elizabeth International Airport (PLZ) bietet die größte Auswahl an nationalen und internationalen Vermietern. Empfehlenswert ist die Buchung von Deutschland aus, um bessere Preise und Konditionen (wie Vollkasko ohne Selbstbeteiligung) zu sichern.

Wichtige Abholorte:

  • Port Elizabeth International Airport (PLZ): Hauptanlaufstelle für Touristen.
  • Stadtzentrum/Waterfront: Weniger Auswahl, aber nützlich für diejenigen, die erst ein paar Tage in der Stadt verbringen.

Erforderliche Dokumente und Formalitäten

Als Reisende aus Deutschland benötigen Sie für die Anmietung in Südafrika spezifische Unterlagen:

  • Gültiger nationaler Führerschein: Der EU-Führerschein ist ausreichend, um das Auto anzumieten.
  • Internationaler Führerschein: Obwohl der EU-Führerschein akzeptiert wird, empfehlen die südafrikanischen Behörden ausdrücklich den Internationalen Führerschein (zusätzlich zum nationalen). Dies erspart Probleme bei Verkehrskontrollen und Unfällen. Diesen erhalten Sie bei Ihrer örtlichen Führerscheinstelle oder dem ADAC.
  • Reisepass: Gültig für die gesamte Mietdauer.
  • Kreditkarte (auf den Hauptfahrer): Für die Kaution ist fast immer eine Kreditkarte erforderlich, die auf den Namen des Fahrers ausgestellt ist.
  • Mindestalter: In der Regel 21 Jahre. Fahrer unter 25 Jahren müssen oft eine zusätzliche Gebühr, die sogenannte ‚Young Driver Fee‘, zahlen.

Kosten und Kaution

Die Kosten für Mietwagen in Port Elizabeth variieren stark je nach Saison und Fahrzeugklasse. Südafrika nutzt den Südafrikanischen Rand (ZAR) als lokale Währung.

Durchschnittliche Tagespreise (Nebensaison):

| Fahrzeugkategorie | Preis pro Tag |
| :— | :— |
| Kleinwagen (z.B. VW Polo Vivo) | ab 350 ZAR/Tag (ca. 17 EUR/Tag) |
| Mittelklasse (z.B. Toyota Corolla) | ab 550 ZAR/Tag (ca. 27 EUR/Tag) |
| SUV (für staubige Pisten) | ab 800 ZAR/Tag (ca. 40 EUR/Tag) |

Kaution: Die Kaution wird in südafrikanischen Rand verlangt und auf Ihrer Kreditkarte geblockt, meist zwischen 2.000 ZAR (ca. 100 Euro) und 5.000 ZAR (ca. 250 Euro), abhängig von gebuchter Versicherung und Fahrzeugklasse. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kreditkartenlimit dies zulässt.

Versicherung und Schutz

Für Südafrika ist die richtige Versicherung unabdingbar, da die Straßenbedingungen anspruchsvoll sein können und Diebstahlrisiken bestehen. Achten Sie auf die folgenden Deckungsarten:

  1. Haftpflichtversicherung (Third Party Liability): Die Mindestdeckung ist in Südafrika oft niedrig. Prüfen Sie, ob diese ausreichend ist, oder buchen Sie eine zusätzliche Deckung über den Vermieter oder einen deutschen Broker.
  2. Kollisionsschaden (CDW) und Diebstahlschutz (Theft Protection): Diese Basisversicherungen sind meist obligatorisch enthalten, oft jedoch mit einer hohen Selbstbeteiligung.
  3. Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Für Reisende aus Deutschland die empfohlene Wahl, um im Schadensfall nicht mit hohen Beträgen in Rand belastet zu werden.
  4. Reifen- und Glasversicherung: Aufgrund der oft schlechten Straßen auf dem Land oder Schotterpisten auf Safaris ist diese Zusatzversicherung extrem empfehlenswert.

Tipp: Prüfen Sie, ob Ihr Kreditkartenanbieter bereits eine Mietwagen-Versicherung beinhaltet. Achten Sie darauf, dass diese auch in Südafrika gültig ist.

Verkehrsregeln in Südafrika: Linksverkehr

Der wichtigste Unterschied für Reisende ist der in Südafrika herrschende Linksverkehr. Beachten Sie dies stets beim Fahren, besonders auf leeren Straßenabschnitten und beim Abbiegen.

  • Fahrseite: Fahren Sie links. Das Lenkrad befindet sich rechts.
  • Überholen: Rechts überholen (auf mehrspurigen Straßen).
  • Vorfahrt an Kreuzungen (Four-Way-Stops): An vielen ländlichen Kreuzungen gibt es sogenannte ‚Four-Way-Stops‘. Hier gilt: Wer zuerst anhält, fährt zuerst weiter. Wenn Sie gleichzeitig ankommen, hat das von rechts kommende Fahrzeug Vorfahrt. Dies erfordert Aufmerksamkeit, ist aber essenziell für einen reibungslosen Verkehr auf dem Land.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen (Standard): Innerorts 60 km/h, außerorts 100 km/h, auf Autobahnen 120 km/h.
  • Straßenzustand: Hauptstraßen sind gut, jedoch können kleinere Straßen oder Abschnitte der Garden Route schlechte Schlaglöcher oder Schotter aufweisen. Passen Sie die Geschwindigkeit entsprechend an.

Parken, Tanken und Maut

Parken:
In den Stadtzentren von Port Elizabeth werden Ihnen häufig informelle Parkwächter begegnen (sogenannte ‚Car Guards‘). Es ist üblich, diesen Parkwächtern gegen ein kleines Trinkgeld von 5 bis 10 Rand (ca. 0,25 bis 0,50 Euro) für das „Aufpassen“ auf das Auto zu danken, besonders, wenn man länger parkt. Ignorieren Sie diese nicht.

Tanken:
Tankstellen sind in Port Elizabeth und entlang der Garden Route weit verbreitet. Sie tanken in Südafrika fast nie selbst; ein Tankwart übernimmt den Service (Tanken, Scheiben putzen, Reifendruck prüfen). Es wird erwartet, dass Sie dem Tankwart ein Trinkgeld von 5 bis 10 Rand geben.

Maut (Tolls):
Die Hauptautobahn N2, die von Port Elizabeth in Richtung Kapstadt führt, ist abschnittsweise mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt meist in bar in südafrikanischen Rand an den Mautstellen.

Die Garden Route mit dem Mietwagen erkunden

Port Elizabeth liegt am östlichen Ende der berühmten Garden Route und ist der perfekte Startpunkt. Ein robustes Fahrzeug, idealerweise ein SUV (mit hohem Radstand), ist für die gelegentlichen Schotterpisten von Wildparks, aber auch für den Komfort auf der langen Strecke, empfehlenswert.

Beliebte Ziele ab Port Elizabeth:

  • Addo Elephant National Park: Nur etwa eine Stunde Fahrt entfernt. Ideal für eine erste Safari. Beachten Sie, dass die Straßen im Park teilweise Schotterpisten sind.
  • Tsitsikamma National Park: Bekannt für seine dramatische Küstenlinie und die Hängebrücke (etwa 2 Autostunden westlich).
  • Jeffreys Bay: Ein weltbekanntes Surfparadies.

Die gesamte klassische Garden Route von Port Elizabeth bis Kapstadt (oder umgekehrt) nimmt idealerweise 7 bis 10 Tage in Anspruch, um alle Höhepunkte wie Knysna, Plettenberg Bay und Oudtshoorn in Ruhe zu genießen.

!Ein Mietwagen parkt auf einer Aussichtsplattform mit Blick auf die Küste der Garden Route in Südafrika

Sicherheit und Notfälle

Südafrika gilt als Land mit einer höheren Kriminalitätsrate, weshalb einige Vorsichtsmaßnahmen beim Fahren unerlässlich sind:

  • Sperren Sie die Türen des Autos immer ab, auch während der Fahrt (zentrale Verriegelung aktivieren).
  • Wertsachen: Lassen Sie keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen, auch nicht im Handschuhfach. Verstauen Sie diese im Kofferraum.
  • Fahren bei Nacht: Meiden Sie Fahrten auf unbekannten ländlichen Straßen bei Dunkelheit nach Möglichkeit.
  • Gefährliche Stopps: Halten Sie nicht an, wenn Sie von Unbekannten zum Anhalten aufgefordert werden (außer natürlich von der Polizei). Fahren Sie zur nächsten belebten Tankstelle oder Polizeistation, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Notrufnummern in Südafrika:

  • Polizei: 10111
  • Ambulanz/Feuerwehr: 10177

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