Wer die weiten Landschaften, pulsierenden Metropolen oder die klassischen Roadtrip-Strecken der Vereinigten Staaten erleben möchte, kommt um einen Mietwagen kaum herum. Das Auto ist in den USA das Verkehrsmittel Nummer eins. Hier erfahren Sie, was Reisende aus Deutschland beim Mieten und Fahren beachten müssen.
Die wichtigsten Voraussetzungen für Mieter aus Deutschland
Das Mieten eines Autos in den USA unterscheidet sich in einigen Punkten von der Anmietung in Europa. Deutsche Reisende müssen bestimmte Dokumente und Altersbestimmungen erfüllen, um problemlos starten zu können.
Erforderliche Dokumente
Stellen Sie sicher, dass Sie folgende Papiere griffbereit haben, wenn Sie Ihren Mietwagen abholen:
- Gültiger deutscher Reisepass oder Personalausweis: Zur Identifikation.
- Gültiger deutscher Führerschein: Dieser wird von allen US-Bundesstaaten für Touristen akzeptiert. Er muss bei der Abholung unbedingt vorgelegt werden.
- Internationaler Führerschein (empfohlen): Obwohl nicht in allen Bundesstaaten zwingend erforderlich, wird er dringend empfohlen. Er dient als übersetzte Ergänzung zum deutschen Führerschein und erleichtert bei Kontrollen oder Unfällen die Kommunikation. Er ist in Deutschland beim Straßenverkehrsamt erhältlich.
- Kreditkarte: Diese muss zwingend auf den Hauptfahrer ausgestellt sein und wird für die Kaution (Sicherheitshinterlegung) benötigt.
Altersbestimmungen
Das Mindestalter für die Anmietung liegt meist bei 21 Jahren. Wer jünger als 25 ist, muss jedoch mit erheblichen Zusatzkosten rechnen:
- Jungfahrerzuschlag (Underage Fee): Dieser Aufschlag wird pro Tag berechnet und kann je nach Bundesstaat und Vermieter variieren. Er liegt oft zwischen 25 USD und 40 USD pro Tag (ca. 23 EUR bis 37 EUR pro Tag).
- Fahrzeugkategorien: Fahrer unter 25 sind oft von der Anmietung von Luxusautos oder bestimmten Vans ausgeschlossen.

Kostenübersicht und Kaution (US-Dollar vs. Euro)
Die Kosten für einen Mietwagen sind stark von der Saison, der Mietdauer und dem Fahrzeugtyp abhängig. Da die Anmietung in US-Dollar (USD) erfolgt, ist der aktuelle Wechselkurs zum Euro (EUR) entscheidend.
Durchschnittliche Tagespreise (Outside Peak Season)
| Fahrzeugkategorie | Preis pro Tag (USD) | Preis pro Tag (EUR) |
|---|---|---|
| Economy/Kleinwagen | ab 30 USD | (ca. 28 EUR) |
| Midsize/Mittelklasse | ab 45 USD | (ca. 42 EUR) |
| SUV/Geländewagen | ab 60 USD | (ca. 56 EUR) |
| Minivan | ab 75 USD | (ca. 70 EUR) |
Informationen zur Kaution
Die Kaution wird beim Abholort blockiert, aber in der Regel nicht direkt abgebucht. Sie dient als Sicherheit für eventuelle Schäden, verspätete Rückgabe oder fehlende Betankung. Die Höhe variiert stark, beträgt aber meist zwischen 200 USD und 500 USD (ca. 185 EUR bis 465 EUR). Eine Kreditkarte, auf der dieser Betrag verfügbar ist, ist unverzichtbar.
Versicherung und Absicherung in den USA
Die Haftpflichtdeckung (Liability Insurance) ist in den USA oft sehr niedrig und nicht mit deutschen Standards vergleichbar. Es ist absolute Pflicht, einen Mietvertrag zu wählen, der für deutsche Reisende optimiert ist und folgende Deckungen beinhaltet:
- Haftpflichtversicherung (Third Party Liability): Sollte eine sehr hohe Deckungssumme aufweisen (mindestens 1 Mio. USD).
- Kollisionsschaden-Versicherung (CDW/LDW): Deckt Schäden am Mietwagen selbst. Wählen Sie Tarife ohne Selbstbeteiligung.
- Diebstahlschutz (Theft Protection – TP): Schutz bei Diebstahl des Fahrzeugs.
- Zusatzhaftpflichtversicherung (Supplemental Liability Insurance – SLI/LIS): Diese ist oft unerlässlich, um die gesetzlich vorgeschriebene, aber meist viel zu niedrige Basis-Haftpflicht der US-Anbieter auf eine angemessene Höhe aufzustocken (z. B. auf 1 Million US-Dollar).
Vermeiden Sie es, Versicherungen erst vor Ort am Schalter abzuschließen, da diese dort meist überteuert sind. Buchen Sie ein Komplettpaket von Deutschland aus.

Verkehrsregeln und Fahrgewohnheiten
Die Straßen in den USA sind in der Regel breit und gut ausgebaut, aber die lokalen Gesetze können verwirrend sein.
Rechtsabbiegen bei Rot (Turn Right on Red): In fast allen Bundesstaaten ist das Rechtsabbiegen erlaubt, auch wenn die Ampel rot ist, sofern kein Schild dies explizit untersagt (z. B. No Turn on Red*). Wichtig: Immer vollständig stoppen und auf den Verkehr achten.
Ampeln: Die Ampeln hängen oft über oder hinter* der Kreuzung. Achten Sie darauf, nicht zu weit vorzufahren, um die Haltelinie nicht zu überfahren.
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: Sie werden in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Die Limits variieren stark, liegen aber meist zwischen 25 mph (40 km/h) innerorts und 65-80 mph (105-130 km/h) auf Interstates. Das Fahren Sie 10 mph über dem Limit kann teuer werden.
- Schulbusse: Hält ein gelber Schulbus an und schaltet seine roten Warnlichter ein, muss der gesamte Verkehr in beide Richtungen anhalten, bis der Bus weiterfährt.
4-Way Stop: Kreuzungen, die mit 4-Way Stop* Schildern versehen sind, erfordern, dass jeder stoppt. Es gilt die Regel: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Bei Gleichzeitigkeit fährt der Rechtsstehende zuerst.
Tanken und Sprit
In den USA wird Benzin (Gasoline) nach Gallonen abgerechnet (1 Gallone = ca. 3,78 Liter). Die meisten Tankstellen sind als self-service ausgelegt. Da ausländische Kreditkarten oft nicht direkt an der Zapfsäule funktionieren (sie benötigen eine US-Postleitzahl), müssen Sie meistens im Tankstellenshop vorab bezahlen.
Beliebte Roadtrip-Ziele und Routen
Der Mietwagen öffnet Ihnen die ganze Bandbreite der amerikanischen Kontinente. Hier einige Inspirationen (Flughafen-Abholungen sind meist die günstigsten):
- Westküste (California): Starten Sie in Los Angeles (LAX) oder San Francisco (SFO) und fahren Sie den Pacific Coast Highway (Highway 1). Besuchen Sie den Yosemite Nationalpark. Ein SUV ist hier für die Bergregionen vorteilhaft.
- Florida: Mieten Sie in Miami (MIA) oder Orlando (MCO) und erkunden Sie die Keys oder die Golfküste. Hier ist ein Cabrio für das warme Wetter ideal.
- Ostküste: Starten Sie in Boston (BOS) oder New York (JFK) und erkunden Sie Neuengland im Herbst, wenn die Laubfärbung (Foliage) am schönsten ist. Die Straßen hier sind enger, ein Kompaktwagen ist ausreichend.
Mautstraßen (Tolls)
Viele Highways, Brücken und Tunnel, besonders an der Ostküste, in Florida und Kalifornien, sind mautpflichtig. Die meisten Mautstellen akzeptieren kein Bargeld mehr, sondern nur elektronische Systeme (wie SunPass oder E-ZPass).
Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Vermieter, ob das Auto mit einem Transponder ausgestattet ist, oder ob Sie einen sogenannten Toll Pass Service separat buchen müssen. Andernfalls riskieren Sie hohe Verwaltungsgebühren durch den Vermieter, falls Sie eine Maut nicht bezahlen können.

