Die Toskana ist das Sinnbild des italienischen Roadtrips – sanfte Hügel, Zypressenalleen und weltberühmte Kunststädte warten darauf, erkundet zu werden. Um die Region wirklich zu erleben, ist ein Mietwagen unerlässlich. Mit dem Zug erreichen Sie zwar Florenz oder Siena, aber die versteckten Agriturismi und charmanten kleinen Dörfer liegen oft abseits der Hauptstrecken. Hier erfahren Sie, wie Sie als deutscher Reisender den passenden Mietwagen in Italien finden und worauf Sie beim Fahren in der Toskana achten müssen.
1. Das sollten Sie vor der Buchung des Mietwagens wissen
Als Reisende aus Deutschland benötigen Sie für die Anmietung in Italien lediglich einen gültigen Personalausweis/Reisepass und Ihren EU-Führerschein. Ein Internationaler Führerschein ist nicht zwingend erforderlich, wird aber manchmal zur Sicherheit empfohlen, falls Sie in eine Verkehrskontrolle geraten, die auf Nicht-EU-Bürger ausgerichtet ist.
Mindestalter und Kreditkarte:
- Mindestalter: Die meisten Vermieter verlangen ein Mindestalter von 21 Jahren und oft eine Fahrpraxis von mindestens einem Jahr. Fahrer unter 25 Jahren müssen fast immer eine sogenannte „Jungfahrergebühr“ entrichten. Klären Sie diese Kosten immer im Voraus, um Überraschungen zu vermeiden.
- Kreditkarte: Eine gängige, im Namen des Hauptfahrers ausgestellte Kreditkarte ist für die Hinterlegung der Kaution obligatorisch. Debitkarten werden von den großen Anbietern in der Regel nicht akzeptiert.
Fahrzeugkategorie für die Toskana:
Für die enge Altstadtstraßen (wie in Siena oder San Gimignano) und die oft schmalen Landstraßen (Strade Bianche) empfiehlt sich ein wendiges, kleineres Fahrzeug.
| Kategorie | Empfehlung für | Durchschnittspreis pro Tag |
|---|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Fiat 500) | Stadtbesichtigungen, enge Gassen | ab 25 EUR/Tag (ca. 25 EUR/Tag) |
| Kompaktklasse (z.B. VW Golf) | Komfort für zwei Personen, Landstraßen | ab 35 EUR/Tag (ca. 35 EUR/Tag) |
| Mittelklasse/SUV | Mehr Gepäck, längere Strecken mit Familie | ab 50 EUR/Tag (ca. 50 EUR/Tag) |
(Beachten Sie: Da Italien und Deutschland den Euro verwenden, stimmen die lokale Währung (EUR) und Ihre Referenzwährung (EUR) überein.)
2. Versicherungen und Kaution in Italien
Die Basisabsicherung, welche Haftpflicht (RCA) und oft auch eine Diebstahlversicherung (TLW) sowie eine Kollisionsschutzversicherung (CDW) beinhaltet, ist in Italien gesetzlich vorgeschrieben und meist im Grundpreis enthalten. Diese Versicherungen enthalten jedoch fast immer eine hohe Selbstbeteiligung (Franchise).

Wichtige Zusätze:
- Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Dies ist ratsam, da die Straßenverhältnisse, vor allem in ländlichen Regionen, oft Schlaglöcher aufweisen. Viele Vermieter in Italien bieten einen umfassenden Schutz zur Eliminierung der Selbstbeteiligung an.
- Diebstahlschutz: Besonders in größeren Städten wie Florenz oder Pisa sollten Sie darauf achten, dass dieser Schutz ausreichend ist.
Kaution: Die Kaution (oft zwischen 800 EUR und 1500 EUR) wird auf Ihrer Kreditkarte blockiert. Sie wird erst freigegeben, wenn Sie das Fahrzeug unbeschädigt zurückbringen.
3. Verkehrsregeln und Besonderheiten beim Fahren in der Toskana
Italien hat eigene Verkehrsgesetze, die sich in einigen Punkten von den deutschen unterscheiden. Besonders die Regelungen in den historischen Stadtzentren müssen beachtet werden, um hohe Bußgelder zu vermeiden.
A. Die Zonen a Traffico Limitato (ZTL)
Dies ist die häufigste Fehlerquelle für Touristen in Italien. Viele historische Innenstädte (Florenz, Pisa, Siena, Lucca) sind Umweltzonen, die für den normalen Verkehr gesperrt sind. Kameras überwachen die Einfahrten.
- Regel: Fahren Sie nur in eine ZTL-Zone ein, wenn Ihr Hotel die Einfahrt zuvor behördlich angemeldet hat. Die Schilder sind oft schwer zu erkennen.
- Bußgelder: Wer versehentlich in eine ZTL-Zone einfährt, erhält Bußgeldbescheide (oft 80 EUR bis 150 EUR pro Durchfahrt) – manchmal monatelang nach der Reise zugestellt.
B. Geschwindigkeitsbegrenzungen (Tempolimits)
Halten Sie sich streng an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, da Radarfallen (Autovelox) weit verbreitet sind:
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts/Landstraßen: 90 km/h
- Schnellstraßen (Superstrada, z.B. Siena-Firenze): 110 km/h
- Autobahnen: 130 km/h (bei Regen 110 km/h)

Es besteht eine generelle Lichtpflicht (Abblendlicht) außerhalb geschlossener Ortschaften, auch tagsüber.
C. Maut und Tanken
Die italienischen Autobahnen (Autostrade) sind mautpflichtig. Um Staus zu vermeiden, zahlen Sie am besten bar oder per Kreditkarte an den Ausfahrten. Vermeiden Sie die gelben Telepass-Spuren, die nur für Abonnenten zugänglich sind.
Der Benzinpreis (Benzina) liegt in Italien tendenziell höher als in Deutschland. Achten Sie auf die Säulenbeschriftung: „Senza Piombo“ bedeutet bleifrei; „Diesel“ ist Diesel. Die Option „Servito“ ist teurer, da Sie betankt werden – nutzen Sie „Self“ (Selbstbedienung) zum Sparen.
4. Empfohlene Routen für Ihren Toskana-Roadtrip
Mit dem Mietwagen können Sie die berühmten Kulturstädte und die traumhafte Landschaft optimal verbinden. Hier sind einige Routenempfehlungen, die Sie von Florenz aus starten können (am Flughafen Florenz (FLR) finden Sie alle großen Mietstationen):
- Die Chianti-Weinroute (Strada Chiantigiana): Fahren Sie von Florenz nach Siena (ca. 70 km) über die SR222. Diese Route führt Sie durch malerische Weinberge, vorbei an den mittelalterlichen Städten Greve in Chianti und Radda in Chianti.
- Das Val d’Orcia: Südlich von Siena (Route SR2) beginnt die wohl fotogenste Region der Toskana. Besuchen Sie Pienza (UNESCO-Welterbe) und Montepulciano, bekannt für seine Zypressen und Thermalquellen. Ein Ausflug zu den Thermalbädern von Bagno Vignoni ist entspannend.
- Küstenregion: Wenn Sie Sandstrände suchen, fahren Sie mit dem Mietwagen zur Küste in die Maremma oder zum beliebten Viareggio.
Tipp: Planen Sie genügend Pufferzeit ein. Die Fahrt auf den Landstraßen ist durch die vielen Kurven zeitaufwendiger, aber landschaftlich lohnend.
5. Parken in den Städten
Parken kann in der Toskana schwierig sein. Achten Sie genau auf die Farben der Parklinien:
- Blaue Linien (Strisce blu): Gebührenpflichtige Parkplätze. Zahlen Sie am Automaten und legen Sie den Schein gut sichtbar ins Auto.
- Weiße Linien (Strisce bianche): Kostenlose Parkplätze. Diese sind selten und oft nur für Anwohner reserviert.
- Gelbe Linien (Strisce gialle): Absolut verboten! Reserviert für Taxis, Anwohner oder Behinderte.
Nutzen Sie in Städten wie Florenz oder Lucca am besten große, bewachte Parkhäuser außerhalb der ZTL-Zonen. Ein Beispiel in Florenz ist das Parkhaus ‚Parcheggio Firenze Parfume‘ nahe der Altstadt, welches über 20 EUR/Tag kosten kann (ca. 20 EUR/Tag).

