Israel ist ein faszinierendes Land voller historischer Stätten, moderner Metropolen und atemberaubender Natur. Ein Mietwagen bietet die größte Flexibilität, um von den Stränden Tel Avivs über die historischen Gassen Jerusalems bis zum Toten Meer zu reisen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen für Reisende aus Deutschland, die in Israel ein Auto mieten möchten.
Die richtige Vorbereitung: Was Sie beim Mieten beachten müssen
Für Reisende aus Deutschland gilt: Buchen Sie Ihren Mietwagen idealerweise bereits vor der Anreise. Dies sichert nicht nur bessere Preise, sondern auch, dass Ihr Wunschfahrzeug, oft mit Automatikgetriebe, verfügbar ist. Israelische Straßen sind gut ausgebaut, aber die Fahrweise kann gewöhnungsbedürftig sein. Ein kleinerer Wagen (Klein- oder Mittelklasse) ist in den engen Stadtzentren von Jerusalem und Tel Aviv oft praktischer.
Erforderliche Dokumente für deutsche Reisende:
- Deutscher Führerschein: Dieser wird allgemein anerkannt.
- Internationaler Führerschein: Wird dringend empfohlen, ist aber nicht immer zwingend erforderlich. Er dient als Übersetzungshilfe und wird von den meisten lokalen Behörden bei Kontrollen akzeptiert. Sie erhalten diesen beim Bürgeramt in Deutschland.
- Reisepass: Gültiger, lesbarer Reisepass.
- Kreditkarte: Muss auf den Hauptfahrer ausgestellt sein (Pflicht für die Kaution).
- Mindestalter: Die meisten Vermieter verlangen ein Mindestalter von 21 oder 23 Jahren. Für Fahrer unter 25 Jahren fallen fast immer zusätzliche Gebühren an.
Kosten und Währung in Israel
Die Landeswährung ist der Neue Israelische Schekel (ILS). Alle Preise in Israel werden daher in Schekel angegeben, wobei wir Ihnen die ungefähre Umrechnung in Euro (€) an die Hand geben.
Durchschnittliche Mietpreise pro Tag (Nebensaison):
| Fahrzeugkategorie | Preis in ILS/Tag | Preis in EUR/Tag (ca.) |
|---|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Hyundai i10) | 90 ILS | 23 EUR |
| Mittelklasse (z.B. Skoda Octavia) | 130 ILS | 33 EUR |
| SUV (für Wüstentouren) | 250 ILS | 63 EUR |
Die Preise steigen während der jüdischen Feiertage (Pessach, Sukkot) oder in der Hochsaison (Sommer) deutlich an. Eine frühzeitige Buchung ist dann unerlässlich.
Kaution und Zahlung
Die Kaution liegt je nach Fahrzeugklasse zwischen 2.000 ILS (ca. 500 EUR) und 5.000 ILS (ca. 1.250 EUR) und wird auf Ihrer Kreditkarte geblockt. Stellen Sie sicher, dass Ihr Limit ausreicht. Die Begleichung der Mietgebühren kann bei vielen internationalen Anbietern zwar in Euro erfolgen, die Kaution wird jedoch immer in israelischen Schekel geblockt.

Versicherungen und Haftungsschutz
Die meisten Mietverträge in Israel beinhalten die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung (Third Party Liability – TPL) und eine Basis-Kaskoversicherung (Collision Damage Waiver – CDW) mit Selbstbeteiligung. Für deutsche Reisende ist es sinnvoll, die Selbstbeteiligung zu minimieren oder vollständig auszuschließen, da die Verkehrsdichte hoch ist und Parkschäden schnell entstehen.
Wichtige Versicherungsoptionen:
- CDW (Kasko) mit hoher Selbstbeteiligung: Standardmäßig in Mietverträgen enthalten.
- Zero Excess (Volldeckung): Empfehlenswert, um die Selbstbeteiligung auf Null zu senken. Achten Sie darauf, dass auch Glas und Reifen abgedeckt sind, insbesondere wenn Sie planen, in die Negev-Wüste zu fahren.
- Diebstahlschutz (Theft Protection – TP): In der Regel in Israel enthalten, da das Diebstahlrisiko in bestimmten Gebieten höher eingeschätzt wird. Überprüfen Sie jedoch die maximale Entschädigungsgrenze.
Fahren in Israel: Regeln und Verkehr
Das Fahren in Israel ist für Europäer machbar, erfordert aber Konzentration. Die Beschilderung erfolgt fast überall dreisprachig in Hebräisch, Arabisch und Englisch.
Verkehrsregeln (Rechtsverkehr)
Israel hat Rechtsverkehr. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen ähneln denen in Deutschland:
- Innerorts: 50 km/h (Achtung, Geschwindigkeitskontrollen sind häufig).
- Außerorts: 80–90 km/h.
- Autobahnen: 110–120 km/h.
Es ist Pflicht, tagsüber das Abblendlicht auf allen Überlandstraßen und Autobahnen vom 1. November bis zum 31. März einzuschalten.
Mautstraßen und Abwicklung
Die wichtigste Mautstraße ist die Highway 6 (Yitzhak Rabin Highway). Diese Straße verfügt über ein rein elektronisches Mautsystem ohne Schranken. Eine Mautplakette ist nicht erforderlich.
Die Mietwagenfirmen rechnen die Mautgebühren nachträglich ab, oft mit einer kleinen Servicegebühr pro Mautvorgang. Die Abrechnung erfolgt typischerweise 1–2 Wochen nach Rückgabe des Fahrzeugs über Ihre Kreditkarte – in Schekel, mit Umrechnung in Euro.

Parken in den Städten
Gerade in Tel Aviv und Jerusalem ist das Parken schwierig und teuer. Achten Sie auf farbige Bordsteinkanten:
- Blau-Weiß: Gebührenpflichtige Parkzone (zahlen Sie über Park-Apps wie Pango oder Cellopark).
- Rot-Weiß: Parkverbot, Abschleppgefahr!
- Rot-Gelb: Parkverbot für öffentliche Verkehrsmittel (Busse, Taxis).
Denken Sie daran, dass das Abschleppen in Israel schnell geht und teuer ist und gut in neue israelische Schekel (ILS) bezahlt werden muss.
Tanken und beliebte Routen
Benzin (Bensin) und Diesel sind an zahlreichen Tankstellen entlang der Hauptstraßen (insbesondere entlang der Road 1 zwischen Tel Aviv und Jerusalem) verfügbar. Die Preise sind staatlich festgelegt, sodass es kaum Unterschiede gibt. Tanken Sie den Mietwagen vor der Rückgabe voll, um hohe Servicegebühren des Vermieters zu vermeiden (Full-to-Full-Policy).
Empfehlenswerte Roadtrip-Routen
Mit dem Mietwagen können Sie Israel optimal erkunden:
- Die Küstenroute: Von Tel Aviv (Ben Gurion Airport, TLV) nach Norden über Herzliya, Cäsarea und Haifa bis nach Akko (Akkon). Sehenswürdigkeiten wie die UNESCO-Welterbestätte Akko sind bequem erreichbar.
- Jerusalem und das Tote Meer: Fahren Sie von Tel Aviv auf der Road 1 nach Jerusalem. Weiter südlich führt die Route 90 entlang des Toten Meeres (die tiefste Stelle der Erde) in Richtung Massada und Eilat.
- Galiläa und der See Genezareth: Entdecken Sie Nazareth, Tiberias und die Golanhöhen. Viele dieser ländlichen Ziele sind ohne Auto nur schwer zugänglich.
Besondere Hinweise: Grenzüberschreitungen und Gebiete
Grenzüberschreitende Fahrten
Das Fahren von Mietwagen über die Grenzen Israels zu den Nachbarländern (Jordanien, Ägypten, Libanon, Syrien) ist strikt verboten. Kein Vermieter wird dies erlauben.
Palästinensische Gebiete (Westjordanland)
Die meisten Vermieter untersagen das Befahren von Gebieten, die unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) stehen (Gebiet A). Dies wird in den Mietverträgen oft explizit ausgeschlossen. Fahrzeuge von israelischen Verleihfirmen, insbesondere solche mit gelbem Nummernschild, dürfen die besagten Gebiete nicht befahren. Fahren Sie dennoch in diese Zonen, erlischt jeglicher Versicherungsschutz. Informieren Sie sich über die aktuellen Sicherheitsanweisungen des deutschen Auswärtigen Amtes, bevor Sie Ausflüge in die Nähe des Westjordanlandes unternehmen: https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/israel/203494

